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Eurizon Investmentausblick Dezember

Makroökonomie im Dezember 2021 – Die weltweite Erholung setzt sich fort, die Inflationslage bleibt angespannt

Die Wirtschaftsdaten belegen, dass sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt, wenn auch langsamer als in der ersten Jahreshälfte. Die Inflationslage bleibt angespannt.

Die Fed hat damit begonnen, ihre Anleihekäufe zu reduzieren, um die quantitative Lockerung Mitte 2022 zu beenden und die Zinsen 2023 anzuheben. Damit bestätigt sich, dass die Agenda der Fed mit den Erwartungen der Anleger übereinstimmt, was eine niedrige Volatilität begünstigt.

Die Inflation in den USA und der Eurozone übertraf im Oktober die Erwartungen. Die Auswirkungen auf die Märkte waren dennoch bescheiden, was ein Anzeichen dafür ist, dass die Anleger auf die Interpretation der Zentralbanken vertrauen, denen zufolge die Inflation nur von kurzer Dauer ist. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Erdöl- und Erdgaspreise seit Oktober nicht mehr gestiegen sind.

In der Eurozone richtet sich die Aufmerksamkeit auf den erneuten Anstieg des Infektionsgeschehens. Die Auswirkungen auf die Märkte sind bisher bescheiden, da die Eindämmungsmaßnahmen selektiv sind und nicht überall gelten. Die Aufmerksamkeit wird sich auch darauf richten, wie die EZB die geldpolitischen Anreize über den März 2022 umgestalten wird. Die Beschlüsse hierzu werden für die Sitzung am 16. Dezember erwartet.

Trotz der makroökonomischen Verlangsamung wurden die Kreditbedingungen in China noch nicht gelockert. Andererseits gab es keine neuen „marktfeindlichen“ Regulierungsmaßnahmen, die die Anleger in den letzten Monaten hätten beunruhigen können.

Thema des Monats: Warum beunruhigt die Inflation die Märkte nicht?

Der Inflationsschub erweist sich als länger anhaltend und ausgeprägter als erwartet. Dennoch zeigen sich die Anleger unbesorgt. Dies beweist die geringe Volatilität an den Märkten.

Dies ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass die Zentralbanken darauf bestehen, dass der Preisdruck vorübergehend ist. Und die Märkte teilen diese Ansicht voll und ganz. Man schaue sich nur die Messungen der Breakeven-Inflation bei inflationsgebundenen Anleihen an.

In den USA ist die Breakeven-Inflation bei Anleihen mit kurzer Laufzeit höher als bei Anleihen mit langer Laufzeit, was darauf hindeutet, dass sie voraussichtlich zurückgehen wird.

Es ist jedoch festzuhalten, dass die implizite Inflationsrate über alle Zeithorizonte hinweg über dem durchschnittlichen Niveau von 2,2 % der letzten 20 Jahre liegt. Dies kann auf zweierlei hindeuten: Entweder gehen die Anleger davon aus, dass die Inflation nach dem Ende des derzeitigen Schubs auf einem etwas höheren Niveau verharren wird als in den vergangenen Zyklen. Oder aber, und dieses Szenario erscheint wahrscheinlicher, die Anleger wollen sich auf breiter Front gegen Inflationsüberraschungen absichern, auch über die historische Entwicklung der letzten 20 Jahre hinaus.

In jedem Fall scheint der Inflationsschock gut eingepreist zu sein, zumindest bei den inflationsgebundenen US-Anleihen.

Der sprunghafte Anstieg der Inflation scheint den Euro-Anlegern noch wenig Sorgen zu bereiten. Die Breakeven-Inflation hat sich von ihren Tiefstständen im März 2020 erholt und liegt nun über alle Laufzeiten hinweg genau auf dem durchschnittlichen Niveau der tatsächlichen Inflation der letzten 20 Jahre, nämlich unter 2 %.

Die Botschaft ist eindeutig: Für die Eurozone wird der Inflationsschub zwar nicht als vorübergehend angesehen. Aber er ändert nichts an dem Bild der „niedrigen Inflation“, wie es seit Jahren kennzeichnend ist. Dies ist mittelfristig gesehen beruhigend. Für die nahe Zukunft ist jedoch zu bedenken, dass das Risiko länger anhaltender Spannungen in der Eurozone weniger stark eingepreist ist als in den USA.

In den kommenden Monaten wird man auch die Lohnentwicklung in den USA beobachten. Das mögliche Vorantreiben einer Lohn-Preis-Spirale könnte auf einen dauerhafteren Inflationsschock hindeuten. Sicher ist das aber nicht. Die Löhne werden steigen, um den Preisanstieg zumindest teilweise zu kompensieren. Sollte sich das globale Wachstum nach der außergewöhnlichen Beschleunigung in der ersten Jahreshälfte 2021 verlangsamen, so wird dies im Wesentlichen durch einen Rückgang der Margen finanziert, die jetzt über dem Vor-Corona-Niveau liegen. Es wird sich also um eine vorübergehende Umverteilung handeln und nicht um einen Impuls, der eine nicht nachhaltige Entwicklung auslösen würde.

Investmentausblick

Im Referenzszenario gehen wir trotz der allmählichen Einstellung der geldpolitischen Anreize von einer Fortsetzung des weltweiten Aufschwungs aus. Der bereits eingeschlagene prozyklische Kurs wird daher bestätigt.

 

Veröffentlicht am: 03.12.2021

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