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Montag, 24. Januar 2022
   
 

Eine Frau will mehr als Mode

... ein offener Brief von Natascha von Hirschhausen



Gestern erreichte die Redaktion eine Mail von Natascha von Hirschhausen. Sie sagt damt die Eröffungsparty ihres Stores in der Berliner Friedrichstraße 67, Quartier 205 ab. Gleichzeitig schickt sie einen offenen Brief, den Sie nachfolgend lesen können.


Liebe Gäst:innen,
Sehr geehrte Politiker:innen,
Liebe alle,

Eigentlich sollte diese Woche ein Meilenstein für mich und mein junges Unternehmen werden: Die Eröffnung eines eigenen Stores in Berlin Mitte.  Doch leider muss ich die für Donnerstag angesetzte Eröffnungsparty absagen.

Diese Absage erfolgt nicht auf Grund der Vorgaben und Regeln - mit 2G++  (Test & Maske) hätte die Feier stattfinden können -  sondern weil ich es mit meinem Gewissen nicht vereinen kann. Ich weiß, dass viele Treffen und Events unbehelligt stattfinden. Ich weiß aber auch, dass am Freitag die Vorgaben zur Triage vorgelegt wurden - weil wir sie inzwischen brauchen. Dreiviertel der Krankenhäuser verschieben wichtige Operationen, die Leopoldina bittet um Shutdown und Impfpflicht.  

Natascha von Hirschhausen wurde von mir gegründet als ein Label in dem Solidarität und Fairness Grundbausteine des Konzepts sind. Unsere Kleidung stellen wir unter strengen Regeln der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit her. Bei vielen unserer täglichen Entscheidungen stehen diese beiden Aspekte über der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Und so kommt es, dass wir auch bezüglich unserer Eröffnungsfeier ohne Zwang absagen - aus Solidarität mit dem Pflegepersonal und unseren Mitmenschen.

Diese Absage ist nur der letzte Tropen, der mich veranlasst meiner Wut und meinem Unverständnis Luft zu machen.  

Ich kann nicht nachvollziehen, wie sich die Menschen, die wir gewählt haben dieses Land zu regieren, in einer pandemischen Lage nur mit sich befassen können. Das die Lage sich deutlich verschlimmern wird war hinlänglich bekannt. Viele europäische (und andere) Länder haben sich mit 2G und anderen Vorkehrungen gut vorbereitet. Seit Wochen hören wir trotzdem nur Appelle,  dass weitere Maßnahmen das Land spalten würden. Aber das Land ist schon gespalten. Gespalten zwischen den solidarischen Menschen und jenen, die das Land aus purem Egoismus in Geiselhaft halten.

Doch anstatt endlich pro aktiv Menschen und Wirtschaft vor der Pandemie zu schützen schieben sich gerade alle Verantwortlichen in der Politik den schwarzen Peter zu. Wir fordern, dass Politiker:innen endlich Verantwortung übernehmen und handeln. Tatsachen schaffen, wo Tatsachen gebraucht werden. Wahrheiten aussprechen, die gehört werden müssen.

Wir brauchen nicht nur Aufrufe zur Kontaktbeschränkung, sondern wir brauchen endlich konkrete Maßnahmen der Politik.

Betrachtet man die verhältnismäßig leeren Einkaufsstraßen zum ersten Advent, kann man bereits eine Art Lockdown der Vernünftigen erkennen. Es gibt viele Menschen, die jetzt schon ihre Kontakte beschränken und große Vorsicht walten lassen und das vielleicht sogar umsonst, da es keine einheitlichen Vorgaben gibt.

Persönlich hat mich etwas besonders berührt und ich hoffe, dass es auch andere aufrüttelt: Ich habe vor zwei Jahren einen mir sehr nahe stehenden Menschen an Krebs verloren. Als ich heute gelesen habe, dass wichtige Krebs-Operationen verschoben werden, weil die Krankenhäuser überlastet sind, sind mir in Gedanken an die schwere Zeit die Tränen gekommen. Dass Angehörige und Patient:innen zu den Ängsten um den Krebs, noch mit der Sorge leben müssen vielleicht nicht behandelt werden zu können, ist für mich undenkbar  und macht mich fassungslos und wütend.

Liebe Politiker:innen, macht euren Job!
Liebe alle, bitte nehmt Rücksicht, zeigt euch solidarisch, verzichtet auf Feiern und Treffen wo möglich und lasst euch impfen.


Bleibt gesund und Sonnige Grüße
Natascha von Hirschhausen

 

Veröffentlicht am: 30.11.2021

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