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Sonntag, 22. Oktober 2017
   
 

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Mütter unter Druck

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Bessere Bezahlung von Frauen, kostenfreie Kinderbetreuung und Familienunterstützung: Im Wahlkampf wurden viele dieser familienbezogenen Themen diskutiert. Der Bedarf wurde erkannt, doch wie sieht es 2016/2017 in den Familien in Deutschland aus?

Das Müttergenesungswerk (MGW) stellte im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Berlin die aktuellen Zahlen und Fakten zur Müttergesundheit vor. Die Unterstützung von belasteten Frauen, die Kinder erziehen, die Hausarbeit erledigen, teils zusätzlich Angehörige pflegen und oftmals berufstätig sind, ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe. „Es fehlt an gesellschaftlicher Wertschätzung und oftmals auch am eigenen Selbstwertgefühl. Beide Komponenten sind aber wichtig, um Mütter stark zu machen“, so Elke Büdenbender, Schirmherrin des MGW. Das Müttergenesungswerk stellt drei Themenschwerpunkte und Forderungen in den Mittelpunkt der diesjährigen Jahrespressekonferenz.

Realität von Müttern: Zwischen modernem Frauenbild und traditioneller Mutterrolle

In der heutigen Gesellschaft könnte man davon ausgehen, dass sich die Gleichberechtigung von Frauen und Männern als allgemeiner gesellschaftlicher Konsens auch in der Familie widerspiegelt. Doch so sehr sich die Rolle von Frauen in den vergangenen Jahrzehnten geändert hat, mit der Geburt eines Kindes dominiert ein traditionelles Familienmodell. Zwar engagieren sich Väter stärker in der Erziehung, die Hausarbeit wird jedoch nachweislich zu einem überwiegenden Teil von Frauen erledigt. Trotz Berufstätigkeit stehen viele Mütter daher nach wie vor als Hauptverantwortliche für Familienarbeit in einer permanenten Überlastungssituation mit Zeitstress und hohem Erwartungsdruck. Von ca. 49.000 Müttern, die 2016 an einer Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahme im Müttergenesungswerk teilgenommen haben, leiden über 87 Prozent unter Erschöpfungszuständen bis zum Burn-out. Die Kurmaßnahmen im MGW beschäftigen sich auch mit diesem Rollenbild in der Therapie.

„Es ist in Ordnung, wenn Mütter sich nicht immer stark fühlen. Damit sind sie nicht alleine. In den Kurmaßnahmen im Müttergenesungswerk wird dieser Bewusstseinsprozess gefördert. Davon berichteten mir Mütter, mit denen ich bei meinem Besuch in einer Mutter-Kind-Klinik diesen Sommer sprach. Die Effekte der Kurmaßnahmen sind also sehr nachhaltig und können in den Alltag übertragen werden.“, so Büdenbender.

Das Antragsverfahren: Mehr Transparenz und Abbau von Hürden

Wenn Mütter einen Kurantrag stellen, haben sie die Belastungsgrenze längst erreicht. Der Antrag sollte daher ein einfaches Verfahren sein. 2016 hat gezeigt, dass sich der Zugang zu Kurmaßnahmen – im Vergleich zu 2010 – zwar verbessert hat, aber immer noch Hürden im Antragsverfahren bremsen. Der Zugang könnte z.B. durch ein bundeseinheitliches Attestformular deutlich erhöht werden. Zwar ist die Ablehnungsquote mit 12 Prozent relativ moderat, aber zwei Drittel aller Widersprüche gegen diese Ablehnungen sind erfolgreich. Das belegt eine hohe Zahl an Fehlentscheidungen der Krankenkassen. Gleiches gilt für die 2015 politisch gewollte gesetzliche Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts der Versicherten, das selten durchgesetzt werden kann.

Steigender Bedarf, sinkende Beratung? Gesetzliche Bedingungen schaffen

Mütter und Väter haben einen hohen Informations- und Aufklärungsbedarf. Im Antragsverfahren ist es sehr wichtig, keine zusätzlichen Belastungen zu schaffen, sondern kompetente Unterstützung zu bieten. Doch das Netz bröckelt: Rund 1.200 Beratungsstellen beraten jährlich 130.000 Mütter und Väter bei Kuranträgen und Nachsorge. Vor 10 Jahren waren es noch 1.400 Stellen. Der Hintergrund: Es gibt keine öffentliche Finanzierung für diese Beratungsarbeit. Es bedarf einer Zukunftssicherung mit gesetzlichen Rahmenbedingungen für diese Aufgabe: „Wenn wir von rund 2 Millionen kurbedürftigen Müttern in Deutschland ausgehen, aber nur 130.000 sich beraten lassen, sehen wir, dass das Potential der Beratungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft ist und leider nur ein Bruchteil eine Kurmaßnahme beantragt. Breitere Information und individuelle Beratung sind daher wesentlich, damit die Mütter und Väter ihren gesetzlichen Anspruch auch wahrnehmen können“, so Dr. Kirsten Soyke, Kuratoriumsvorsitzende beim MGW. „Als Korrektiv und politische Stimme für die Rahmenbedingungen und den Zugang zu Kurmaßnahmen empfiehlt das MGW dringend eine gesetzliche Sicherung der Beratung in Deutschland.“

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 11.10.2017

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