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Donnerstag, 18. April 2024
   
 

Anleihen-Marktbericht Börse Stuttgart: Bonds Weekly

Notenbanken im Fokus

Die erste geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank unter der neuen Chefin Christine Lagarde – und auf den ersten Blick erst einmal wenig Neues. Erwartungsgemäß rüttelte die EZB bei ihrer letzten Sitzung des Jahres nicht am Leitzins.

Dementsprechend bleibt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auch der Einlagensatz für Geschäftsbanken wird nicht angerührt und bleibt bei -0,5 Prozent.

Neben den bloßen Ergebnissen richteten sich die Blicke im Vorfeld der Entscheidung vor allem auf die erste Pressekonferenz Christine Lagardes. Besonders die angedachte Strategieüberprüfung der EZB könnte dabei von Interesse sein – schließlich wurde die EZB-Strategie das letzte Mal vor rund 16 Jahren grundlegend überarbeitet. Mit der tatsächlichen Arbeit beginnen wird Lagarde aber erst Anfang 2020, wenn alle EZB-Direktoriumsmitglieder an Bord sind.

Zudem verkündete Christine Lagarde im Vorfeld, die „Notenbankersprache“ erst noch erlernen zu müssen. Daher könnten neue Begriffe oder Redewendungen in ihrer Erklärung nicht unbedingt auf einen neuen EZB-Kurs hindeuten, sondern zunächst einmal für sich stehen. Erst im Vergleich mehrerer Sitzungsergebnisse Lagardes wird sich dann zeigen, was genau hinter den Formulierungen steckt.
 
Bereits am Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed das Ergebnis ihrer letzten geldpolitischen Sitzung in diesem Jahr bekannt gegeben. Sie beließ den Leitzins – wie von den allermeisten Marktteilnehmern erwartet – unverändert in einer Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Damit bleibt es in diesem Jahr bei drei Zinssenkungen der Fed. Ursprünglich waren für dieses Jahr zwei Zinssteigerungen vorgesehen. Aufgrund der scheinbar endlosen Querelen rund um den Handelsstreit zwischen den USA und China rückte die US-Notenbank aber von ihrem Vorhaben ab. Stattdessen senkte sie drei Mal in Folge den Leitzins, um den Aufschwung der Wirtschaft zu stützen.

Für das kommende Jahr plant die Fed derzeit keine weiteren Zinsschritte. Das liegt unter anderem auch daran, dass in den USA im nächsten Jahr Präsidentschaftswahlen stattfinden. Im Wahlkampfgetöse wird die Fed wohl kaum die von US-Präsident Trump geforderten Zinssenkungen liefern. Zudem gehen die Notenbanker für 2020 weiterhin von einem guten US-Arbeitsmarkt aus. So erwartet die Fed, dass die Arbeitslosenquote Ende 2020 bei rund 3,5 Prozent liegen wird – also derselbe Stand wie derzeit und damit das niedrigste Niveau seit etwa 50 Jahren.

Eine Zinssteigerung hingegen käme für die Fed nur in Frage, sollte die Inflation kräftig und über eine längere Periode hinweg anziehen. Danach sieht es aktuell jedoch nicht aus: Vom angepeilten Inflations-Ziel von 2 Prozent ist die Kerninflation mit zuletzt 1,6 Prozent noch ein gutes Stück entfernt. Dementsprechend rechnen Analysten zum jetzigen Zeitpunkt eher mit einer weiteren Zinssenkung als mit einem steigenden Leitzins. Bisher jedoch geht die Fed davon aus, „dass die Geldpolitik den anhaltenden Aufschwung der Wirtschaft angemessen unterstützt.“
 
Bundes-/Staatsanleihen

Analog zum Gesamtmarkt bewegte sich der richtungsweisende Euro-Bund-Future in dieser Woche ohne größere Schwankungen auf konstantem Niveau. War der Euro-Bund-Future am Montag bei 172,37 Prozentpunkten aus dem Handel gegangen, waren es am Dienstag 172,23 Prozentpunkte. An beiden Tagen bewegte sich der Euro-Bund-Future lediglich in einer Spanne von 172,00 bis 172,50 Prozentpunkten. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg zur Wochenmitte auf 172,88 Prozentpunkte notiert der Euro-Bund-Future Stand Donnerstagmittag bei rund 172,70 Prozentpunkten und damit rund einen halben Prozentpunkt über dem Schlusskurs von Montag.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe beträgt derzeit -0,332 Prozent.
 
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Veröffentlicht am: 14.12.2019

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