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Samstag, 29. November 2025
   
 

DWS Chart der Woche: Rationaler Überschwang

2026 - ein vielversprechendes Jahr für Risikoanlagen?



Nach einem Jahr voller geopolitischer Schlagzeilen und durch die US-Zölle geprägten wirtschaftlichen Unsicherheiten blicken wir mit vorsichtigem Optimismus auf 2026. 

Unsere Prognosen lassen auf eine Wachstumsbeschleunigung in den USA und eine solide Konjunktur in Europa schließen, was eine gute Grundlage für ein unserer Ansicht nach günstigeres Anlagejahr 2026 schaffen könnte.

Wir gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im kommenden Jahr zu einem stärkeren Wachstum zurückkehren könnte, unterstützt durch Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und ein möglicherweise günstiges Zinsumfeld. Die US Federal Reserve (Fed) wird voraussichtlich drei weitere Zinssenkungen vornehmen, während die Inflation sich Richtung 2,4 Prozent bewegen dürfte. In Europa scheint vor allem die fiskalische Wende in Deutschland die Konjunktur zu stützen, während die Inflation nahe dem Europäische Zentralbank (EZB)-Ziel von zwei Prozent verharren sollte. Die Notenbanker können sich daher eine abwartende Haltung leisten. Japan bleibt trotz Tarifeffekten stabil, China setzt stark auf Technologie und steigende Einkommen, um das heimische Wachstum zu stützen.

Diese makroökonomische Ausgangslage prägt unsere Erwartungen für die wichtigsten Anlageklassen. Bei Aktien sehen wir 2026 weiterhin mögliche Chancen, insbesondere in den USA, wo KI-Investitionen und anhaltend robustes Gewinnwachstum den S&P 500 bis Jahresende auf rund 7.500 Punkte treiben dürften. „Wir sehen keine KI-Blase, wir sehen einen fortgesetzten KI-Boom, der in den kommenden Jahren zu deutlichen Produktivitätsgewinnen führen könnte“, betont Benjardin Gärtner, globaler Aktienchef der DWS. Zwar dürfte es auf dem Weg dorthin auch zu Rückschlägen kommen – wie bei jeder technologischen Revolution –, doch die Wachstumsstory scheint intakt zu bleiben. Die europäischen Märkte profitieren von fiskalischen Impulsen, wenngleich die Dynamik hier etwas geringer ausfällt, mit einer Jahresendprognose für den Stoxx Europe 600 bei 600 und für den Dax bei 26.100 Punkten. In Japan sollte die Kombination aus politischem Führungswechsel und fiskalischen Maßnahmen für eine konstruktive Stimmung sorgen.

Im Anleihebereich rechnen wir mit vergleichsweise stabilen Renditen von Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries prognostizieren wir auf Jahressicht bei 4,15 Prozent, und auch in Europa dürften die Renditeveränderungen nur moderat ausfallen, mit 10-jährigen Bunds Ende Dezember bei 2,70 Prozent. Unternehmensanleihen scheinen attraktiv zu bleiben, allerdings mit zunehmender Spread-Differenzierung im hochverzinslichen Bereich. Die Spreads für Investment-Grade-Anleihen verharren nahe ihrer Mehrjahrestiefs, gestützt durch aus unserer Sicht solide Fundamentaldaten und technische Faktoren.

Im Bereich der alternativen Anlagen bleibt Gold gefragt, nicht nur als Diversifikationsinstrument, sondern auch als potenzielle Absicherung gegen geopolitische und fiskalische Risiken. Die „vier Ds“ – Defizite, Debasement, De-Globalisierung und De-Dollarisierung – stützen unsere Prognose für den Goldpreis von 4.500 US-Dollar je Unze.

Zusammenfassend können wir konstatieren, dass die Ausgangslage für 2026 attraktiv erscheint, doch der Spielraum für Fehler bleibt gering. Politische Schlagzeilen und geopolitische Risiken könnten jederzeit für erhöhte Volatilität sorgen. Eine breit diversifizierte, aber vor allem auch zielgerichtete Anlagestrategie über Regionen und Anlageklassen hinweg könnte Anlegern helfen, Chancen zu nutzen und gleichzeitig auf mögliche Rückschläge vorbereitet zu sein.

 

Veröffentlicht am: 29.11.2025

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