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Marktausblick Januar 2026

Die aktuellen Einschätzungen der DWS zu Konjunktur, Märkten und Anlageklassen



Markt & Makro - Vincenzo Vedda, Global Chief Investment Officer

„Die Aussichten für globale Aktien im Jahr 2026 sind positiv. Wir erwarten ein Umfeld, das Risikoanlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen begünstigt“, sagt  Chefanlagestratege Vincenzo Vedda und  meint damit: Ein moderates Wirtschaftswachstum, günstige Finanzierungsbedingungen und eine  insgesamt neutrale bis lockere Geldpolitik, insbesondere in den USA. 

Vedda rechnet auch für Europa mit stabilen Rahmenbedingungen, die unterstützt würden durch staatliche Investitionsprogramme – insbesondere in Deutschland. Ebenfalls als förderlich dürften sich die gezähmten Preissteigerungsraten erweisen. Neben Europa und den USA sieht Vedda auch in Asien positive Entwicklungen: Die großen Volkswirtschaften setzten verstärkt auf den Wachstumstreiber Technologie, die Einkommen stiegen, der Reformwille wachse.

„Wir sehen insgesamt zweistellige Renditechancen für Aktien“, so Vedda. Zur Vorsicht mahne in den USA allerdings die hohe Konzentration auf wenige Titel. „Global zu diversifizieren bleibt unserer Meinung nach deshalb ein zentrales Element, das bei jeder Anlagestrategie berücksichtigt werden sollte“, meint Vedda. Kurzfristig sieht der Anlagestratege noch zwei weitere mögliche Risiken: Die Bargeldquoten der Fondsmanager seien auf ein rekordniedriges Niveau gefallen. Zudem sei der Optimismus am Markt ausgesprochen hoch,  beides klassische Kontraindikatoren. Doch auf Jahressicht sollten nach Veddas Meinung die erwarteten Wachstumsraten bei den Unternehmensgewinnen – für die USA erwartet er mehr als zehn Prozent – für ein positives Umfeld sorgen. Sollte es zu den schon seit einigen Monaten immer wieder heiß diskutierten möglichen Rückschlagen bei den großen Profiteuren des Booms bei Künstlicher Intelligenz kommen, beispielsweise wegen Überkapazitäten oder zu hohen Investitionsausgaben, sieht er diese eher als taktische Einstiegsmöglichkeiten, denn als Signal zum dauerhaften Ausstieg.

Konjunktur: Konsumenten stützen US-Konjunktur überraschend stark
- Die Konsumfreude der Amerikaner hat das US-Wachstum im dritten Quartal auf überraschend hohe 4,3 Prozent katapultiert. Investitionen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und weitere Zinssenkungen dürften das Wachstum auch 2026 stützen. 
- In Europa fallen die Folgen des Handelskonflikts mit den USA wohl nicht so stark aus wie ursprünglich befürchtet, die Wachstumsaussichten 2026 sind dennoch nur gut halb so hoch wie in den USA.

Inflation: Handelskonflikte Preistreiber in den USA – positiver Trend in Deutschland
- Die US-Handelskonflikte führen dazu, dass sich der Rückgang der Inflationsrate in den USA schwierig gestaltet. Das 2-Prozent-Ziel dürfte auch 2026 deutlich verfehlt werden, wir rechnen mit einer Inflationsrate von 2,9 Prozent.
- 1,8 Prozent Inflation – in Deutschland wurde im Dezember erstmals die Zielmarke von zwei Prozent unterschritten. Preistreiber sind nach wie vor deutlich steigende Dienstleistungspreise.

Notenbanken: Weitere Lockerung in den USA erwartet, wohl keine Zinsschritte in Eurozone
- Die US-Notenbank dürfte ihren Zinssenkungskurs behutsam fortsetzen. Wir erwarten noch zwei Zinssenkungen bis Dezember 2026. 
- Die Europäische Zentralbank dürfte ihren Kurs der ruhigen Hand fortsetzen. Momentan zeichnen sich keine Gründe ab, warum die Währungshüter die Zinssätze im Jahr 2026 verändern sollten.

Risiken: Handelskonflikte und möglicherweise Überinvestitionen in Künstliche Intelligenz
- Sollten sich die zahlreichen Handelskonflikte wieder verschärfen, könnte dies den Spielraum der US-Notenbank eingrenzen, via Zinssenkungen die Wirtschaft anzukurbeln.
- Für die Aktienmärkte, insbesondere in den USA, wird ein wesentlicher kritischer Faktor sein, ob sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz auch in entsprechenden Produktivitätsgewinnen niederschlagen werden.

Aktien - Sabrina Reeh, Fondsmanagerin Aktien

Neue Höchststände beim deutschen Leitindex Dax: Am 7. Januar durchbrach er erstmals die Marke von 25.000 Punkten. In den vergangenen zwölf Monaten addiert sich das Kursplus damit auf 24 Prozent. Wie viel Luft nach oben ist da noch?

„Ich sehe noch deutliches Kurspotenzial, trotz der beachtlichen Kursgewinne, die wir zuletzt gesehen haben“, sagt Fondsmanagerin und Expertin für deutsche Aktien, Sabrina Reeh. Die Kursgewinne im vergangenen Jahr seien von einigen wenigen Titeln geprägt worden, ähnlich wie im Jahr 2024. „Wir haben auch 2026 eine positive Sicht auf deutsche Aktien. Unter anderem deshalb, weil wir mehr Marktbreite und -tiefe erwarten, vor allem wenn es zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen sollte“, so Reeh. 

Ein entscheidender Faktor: die erwartete Steigerung der Profitabilität. Der Marktkonsens rechne für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Gewinnwachstum von rund 16 Prozent für die Dax-Unternehmen. Der größte Beitrag dürfte aus dem Automobilsektor kommen, gefolgt vom Industriesektor. Ein Großteil der zu erwartenden Gewinne werde durch bereits eingeleitete Kostenmaßnahmen untermauert. „Außerdem sehen wir Chancen bei Unternehmen, die direkt vom deutschen Stimulus und den NATO-Ausgaben profitieren. Industriewerte und Bauunternehmen dürften Nutznießer des staatlichen Stimuluspakets, sinkender Energiepreise und der erwarteten konjunkturellen Erholung sein“, so Reeh. Der Finanzsektor bleibe ebenfalls aussichtsreich. Die Bewertung des Dax sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 inzwischen nicht mehr günstig. 

Dennoch bleibe die relative Bewertung attraktiv, da auch andere europäische Indizes gestiegen seien. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die niedrigere historische Durchschnittsbewertung von 13 durch die veränderte Indexzusammensetzung beeinflusst wurde: „Der Anteil von Technologieunternehmen ist heute höher, während klassische, niedriger bewertete Sektoren wie Chemie und Automobil an Gewicht verloren haben“, so Reeh. Blieben die Bewertungsmultiplikatoren stabil und erfüllten sich die Gewinnprognosen, könnten die Unternehmensgewinne bereits in zwei Jahren ein Kursniveau von über 30.000 Punkten fundamental rechtfertigen. Bei allen positiven Aussichten gebe es natürlich auch Risiken: Verzögerungen bei der Umsetzung des Infrastrukturpakets, eine deutliche Verschlechterung der US-Konjunktur und eine weitere Verschärfung der geopolitischen Lage.            

Aktien USA: Positive Aussichten – Künstliche Intelligenz dürfte ein Kurstreiber bleiben
- Wir blicken positiv auf die Aussichten von US-Aktien. Zu unseren Favoriten gehören ausgewählte Technologie-Titel, Versorger und Banken. Energieversorger dürften von der durch Künstliche Intelligenz induzierten verstärkten Stromnachfrage profitieren.
- Die hohen Bewertungen einiger sogenannter Mega-Caps, also Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung, und die vom Markt bereits eingepreisten Zinssenkungen sind potenzielle Risikofaktoren.

Aktien Deutschland: Aufschwung dürfte sich fortsetzen
- Nach einer sechsmonatigen Phase der Stagnation hat der Dax sich zu neuen Höhen aufgeschwungen. Wir denken, dass es gute Gründe gibt, dass sich die positive Entwicklung noch fortsetzen kann (siehe oben).
- Der Bewertungsabschlag gegenüber US-Titeln ist zwar zurückgegangen und liegt derzeit bei 35 Prozent. Das ist aber immer noch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 22 Prozent.

Aktien Europa: Mögliche gute Ergänzung zu US-Titeln – aussichtsreiche Nebenwerte
- Wir erwarten für europäische Unternehmen ein einstelliges Gewinnwachstum, breit über alle Sektoren verteilt. Zwar kann Europa nicht mit dem Tempo in den USA mithalten. Attraktive Bewertungen und eine geringere Abhängigkeit von Technologie-Unternehmen sind aber Pluspunkte, gerade auch unter dem Diversifikationsaspekt.
- Ausgesuchte europäische Nebenwerte könnten besonders von einer verbesserten Konjunktur profitieren.

Japan: Temporäre Schwächen könnten Kaufgelegenheiten sein

- Japan profitiert von soliden Lohnsteigerungen, einer lebhaften Tourismusnachfrage und einer Zentralbank, die ihren Normalisierungspfad in der Zinspolitik fortsetzen dürfte.
- Allerdings könnten eine mögliche Aufwertung des Yen und Belastungen durch Zölle das stark exportorientierte Land treffen. Wir sehen mögliche temporäre Schwächen bei Qualitätstiteln als potenzielle Einstiegsmöglichkeiten.

Anleihen - Tanja Siegrist, Fondsmanagerin Multi Asset

„Unternehmensanleihen sind aus unserer Sicht gerade unter Rendite-Risiko-Aspekten eine sinnvolle Beimischung in einem Portfolio“, sagt Fondsmanagerin Tanja Siegrist. Das gelte insbesondere für Euro-Unternehmensanleihen guter Bonität. Zwar seien die Kreditaufschläge auf einem historisch niedrigen Niveau und eine weitere Einengung nicht zu erwarten. Der breite Markt für Euro-Unternehmensanleihen biete dennoch interessante Renditen von etwa 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Der Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank liegt derzeit bei 2,0 Prozent. Für 2026 werde eine Zunahme der Neuemissionen erwartet,  insbesondere aufgrund des Finanzierungsbedarfs für KI-Investitionen. Dies könnte Anlegern mehr Diversifikation im Segment der Unternehmensanleihen mit sehr guter Bonität bieten.

Markt dürfte hohes Emissionsvolumen gut verdauen

Generell gehe ein höheres Emissionsvolumen jedoch mit dem Risiko steigender Renditen und damit von Kursverlusten einher – Renditen und Kurse entwickeln sich bei Anleihen in gegensätzlicher Richtung. Siegrist gibt hier aber weitgehend Entwarnung: „Die Nachfrage nach Unternehmensanleihen sollte unserer Einschätzung nach durch die weiterhin attraktiven Renditeniveaus hoch bleiben, die Unternehmensbilanzen sehen größtenteils solide aus. Deshalb rechnen wir nicht damit, dass die Kurse stärker unter Druck geraten.“ Die aktuell hohen Renditen könnten zudem zumindest teilweise die Auswirkungen einer möglichen Ausweitung der Kreditaufschläge mindern.

Hochzinsanleihen – selektive Chancen bei hohem Risiko

Bei den riskanteren Hochzinsanleihen seien die Risikoaufschläge ebenfalls auf einem sehr niedrigen Niveau. Hier könnte sich bei einzelnen Emittenten die Frage stellen, ob die Risiken noch ausreichend durch die Renditen kompensiert würden. Ein generelles Problem am Markt sieht Siegrist allerdings nicht. Kreditausfälle würden bislang nicht als systemische Risiken bewertet, sondern als Einzelfälle. Der Markt habe sich zuletzt recht unterschiedlich entwickelt. Bei Hochzinsanleihen mit schlechterem Rating – B und niedriger – sieht Siegrist selektiv Chancen, weil hier die Risikoaufschläge noch stimmten. Allerdings erfordere das höhere Ausfallrisiko eine umfassende fundamentale Unternehmensanalyse. Bei qualitativ besseren Emittenten mit einem BB-Rating seien die Risikoaufschläge dagegen oft zu niedrig.

Währungen

Euro/Dollar: Dollar dürfte sich gegenüber dem Euro stabilisieren

- Wir erwarten nicht, dass der Euro weiter an Stärke gegenüber dem US-Dollar gewinnt. Die US-Währung dürfte sich stabilisieren, die besseren US-Wachstumsaussichten den Dollar stützen.
- Kapitalabflüsse aus der US-Währung in den Euro sind bislang nicht in dem Umfang eingetreten, wie von manchen Marktbeobachtern erwartet.

Alternative Anlagen

Gold: Nachfrage dürfte hoch bleiben, Preisdynamik aber abflachen

- Gold dürfte gefragt bleiben. Die Zuflüsse in Gold-ETFs hielten nach der Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember an.
- Die erwarteten weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank und das anhaltend hohe Interesse von Anlegern, die das Edelmetall als Risikoabsicherung sehen, dürften den Goldpreis stützen. So rasante Kurssteigerungen wie in den vergangenen zwölf Monaten erwarten wir allerdings nicht mehr.

 

Veröffentlicht am: 20.01.2026

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