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Asset Allokation: Von eindeutig bis uneindeutig

... von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management



Während die Märkte insgesamt positiv in das Jahr gestartet sind und die meisten Aktienmärkte zulegen konnten, sind einige bemerkenswerte Trendwenden zu beobachten.


Die deutliche Underperformance bestimmter Bereiche des US-Technologiesektors ist nicht zu übersehen – vor allem Softwareunternehmen stehen unter starkem Druck. Diese Underperformance ist zwar nicht neu, hat sich jedoch in den letzten zwei Monaten deutlich verstärkt, insbesondere nach der Veröffentlichung der neuesten Version von Claude. Investoren hinterfragen zunehmend das disruptive Potenzial verschiedener KI-Lösungen und die Folgen für bestimmte Geschäftsmodelle. Dennoch bleiben die Gewinnerwartungen für den Sektor nach einer starken Berichtssaison bislang solide.

Dies hat zu einem deutlichen Bewertungsrückgang geführt, sodass das Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten zwölf Monate nun unter 20 liegt und damit sogar noch niedriger ist als während der Corona-Krise oder rund um den Liberation Day. Wir haben diese Rückgänge genutzt, um unser Exposure gegenüber bestimmten Unternehmen zu erhöhen, die von diesen wahllosen Kursverlusten betroffen waren. Die weit verbreitete Unsicherheit hindert uns jedoch weiterhin daran, in größerem Umfang in diesen Sektor zurückzukehren.

Auch die Rohstoffmärkte haben seit Jahresbeginn eine erhebliche Entwicklung durchlaufen. Edelmetalle setzen trotz historisch hoher Volatilität ihren Aufwärtstrend fort, und die Ölpreise sind mit rund 70 US-Dollar pro Barrel wieder an das obere Ende ihrer 12-Monats-Spanne zurückgekehrt. Wir bleiben weiterhin optimistisch gegenüber Gold und noch mehr gegenüber Goldminenaktien. Die Faktoren, die den Goldpreis in den letzten drei Jahren von 2.000 auf 5.000 US-Dollar getrieben haben – nämlich Haushaltsdefizite und Inflationsunsicherheit – scheinen nach wie vor sehr präsent zu sein. Was Rohöl betrifft, so schätzen wir das Risiko aufgrund möglicher Lieferkürzungen Russlands nach dem Handelsabkommen zwischen den USA und Indien sowie der aktuellen Instabilität im Iran und in Kasachstan höher ein als zum Jahresende.

Das makroökonomische Umfeld bleibt günstig und die Wachstumsprognosen verbessern sich insgesamt. Dies dürfte 2026 erneut zu einem robusten Nominalwachstum und damit zu gut ausgewogenen Unternehmensgewinnen führen. Dies ist ein konstruktives Umfeld für Risikoanlagen, insbesondere Aktien, die wir weiterhin übergewichten.

Im Hinblick auf die Zentralbanken dürfte uns die EZB in den nächsten sechs Monaten keine Überraschungen bereiten und ihre Geldpolitik unverändert beibehalten. Die Kerninflation liegt weiterhin über 2 % und wird voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte unter das Zielniveau fallen. Angesichts des robusten Wachstums und der Anzeichen für eine erneute Belebung in Deutschland wird die EZB wahrscheinlich abwarten. Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Lage weniger eindeutig: Wir wissen zwar, wer voraussichtlich neuer Fed-Vorsitzender wird, aber nicht, wie dieser die Geldpolitik gestalten wird und wie er das Verhältnis zwischen der Fed und dem US-Finanzministerium einschätzt. Dennoch dürften die Renditen von G7-Staatsanleihen weitgehend stabil bleiben, was angesichts der starken Rendite-Nachfrage weiterhin für eine insgesamt positive Entwicklung von Credit-Assets sorgen dürfte.

Nicht zuletzt ist auch die zunehmende Unsicherheit zu erwähnen, die durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs entstanden ist, die im Rahmen des IEEPA[1] verhängten Zölle für rechtswidrig zu erklären. Dies dürfte in den kommenden Wochen zu rechtlichen Auseinandersetzungen, neuen Handelsabkommen und möglicherweise zu erhöhter Volatilität führen.

Quelle: Bloomberg

 

Veröffentlicht am: 02.03.2026

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