Auf die anfängliche Euphorie um den Waffenstillstand am Persischen Golf folgten ernüchternde Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Zwar blieben größere Kampfhandlungen bislang aus, doch ist die Straße von Hormus für den Großteil des internationalen Schiffsverkehrs weiterhin so gut wie nicht passierbar.
Die fehlenden Öl-Lieferungen aus der Region machen sich auch an den Märkten bemerkbar: So handelt Brent mittlerweile wieder deutlich über $100 pro Barrel. Auch die Anleiherenditen haben im Zuge der höheren Energiepreise wieder deutlich angezogen. Doch an den Aktienmärkten ist von all diesen Entwicklungen nichts zu spüren. Globale Leitindizes handeln nahe ihrer Allzeithochs und größere Rücksetzer blieben nach der enormen Erholungsrallye im April bislang aus.
Darüber hinaus führen zyklische Sektoren das Performanceranking an – trotz der enormen Wachstumsrisiken, die von der Irankrise ausgehen. Aktienmärkte scheinen eine Normalisierung am Persischen Golf trotz stockender Verhandlungen weiterhin fest einzupreisen. Gepaart mit dem höheren Zinsniveau sowie der nicht mehr allzu bearischen Positionierung dürfte dies das Aufwärtspotential von Aktien limitieren. Daher haben wir unser Aktienübergewicht zuletzt etwas reduziert.
Kurzfristiger Ausblick
Wenngleich der Nahost-Konflikt weiter die Schlagzeilen bestimmt, rückten zuletzt einige fundamentale Faktoren mehr und mehr in den Vordergrund der Märkte. Neben der anhaltenden Berichtssaison, welche bislang keine wirkliche Schwäche bei den Unternehmen signalisiert, lag der Fokus zuletzt auch auf den Zentralbanksitzungen der Fed, der EZB, der BoE sowie der BoJ. Heute wird neben der Handelsbilanz (Mrz.) auch der ISM-Index der Dienstleistungen aus den USA (Apr.) erwartet.
Am Mittwoch geben die finalen Einkaufsmanagerindizes der Dienstleistungen aus der Eurozone (Apr.) neue Erkenntnisse zur aktuellen Lageeinschätzung. Zudem werden die Beschäftigungszahlen des Lohnabwicklers ADP aus den USA erwartet (Apr.). Am Freitag werden dann neue Arbeitsmarktdaten aus den USA, darunter die Arbeitslosenquote (Apr.), veröffentlicht. In der Folgewoche rücken die Inflationszahlen in den Fokus der Märkte.