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Südkoreanische Aktien brechen ein

KOSPI-Kurssturz geht über gesunde Marktkorrektur hinaus



Der südkoreanische Leitindex KOSPI ist am Mittwoch zwischenzeitlich um mehr als 12 Prozent auf unter 5.300 Punkte eingebrochen. Der Kurssturz wurde maßgeblich von Verlusten bei den Schwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix getragen, Auslöser waren wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit hoher Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie die Sorge vor zunehmender Konkurrenz aus China.

„Der heutige Kurssturz im südkoreanischen Kospi mit einem Tagesverlust von über zehn Prozent und einem Rückgang von fast 40 Prozent vom jüngsten Hoch in wenigen Wochen geht definitiv über eine gesunde Marktkorrektur hinaus“, sagt Jens Klatt, Analyst beim Online-Broker XTB. „Es handelt sich vor allem um eine scharfe Bewertungskorrektur im Halbleiter- und KI-Segment, ausgelöst durch überhöhte Bewertungen, Hebelprodukte und Risikoanpassungen von Investoren.“

Korrektur ist kein Abbild der südkoreanischen Realwirtschaft

Eine direkte Übertragung des Kurssturzes auf die wirtschaftliche Lage Südkoreas greift nach Einschätzung von Klatt jedoch zu kurz. Der KOSPI wird stark von wenigen großen Technologiekonzernen und Halbleiterwerten geprägt. Deren Kursverluste haben deshalb einen überproportionalen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtindex.

„Ich denke, dass eine 1:1-Übertragung auf die wirtschaftliche Lage Südkoreas nicht gerechtfertigt ist“, sagt Klatt. „Der Index wird stark von wenigen Chip-Schwergewichten dominiert. Die Korrektur spiegelt in erster Linie globale Zweifel am KI-Boom und die wachsende Konkurrenz aus China wider und nicht eine akute Krise der koreanischen Realwirtschaft.“

Begrenztes Ansteckungsrisiko für Europa und die USA

Für die internationalen Aktienmärkte sieht XTB-Analyst Klatt derzeit keine unmittelbare Gefahr einer systemischen Ansteckung. Die Auswirkungen dürften zunächst vor allem den asiatischen Technologie- und Halbleitersektor treffen. Belastungen für europäische und US-amerikanische Indizes seien zwar möglich, müssten aber nicht zwangsläufig in eine breit angelegte Marktkorrektur münden. „Eine systemische Ansteckungsgefahr für breite Indizes in Europa oder den USA bleibt meiner Einschätzung nach begrenzt“, sagt Klatt.

Entscheidend sei, ob sich die Skepsis auf einzelne Marktsegmente beschränkt oder auf andere Bereiche des Finanzmarkts übergreift. „Solange die Skepsis auf Memory-Chips und den AI-Investitionszyklus beschränkt bleibt, ist das Spill-over-Risiko überschaubar“, so Klatt. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob die jüngsten Kursverluste eine Neubewertung einzelner KI- und Halbleiteraktien darstellen oder den Beginn einer breiteren Abkehr von wachstumsorientierten Technologiewerten markieren. Die weitere Entwicklung an den globalen Aktienmärkten dürfte insbesondere davon abhängen, ob Unternehmen ihre hohen KI-Investitionen weiterhin mit steigenden Umsätzen und Gewinnen rechtfertigen können.

 

Veröffentlicht am: 29.07.2026

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