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UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator

Österreichs Wirtschaft startet verbessert ins neue Jahr



Die schrittweise Verbesserung der Konjunkturstimmung in Österreich hat sich zum Jahresende beschleunigt. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator stieg im Dezember auf minus 0,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Mitte 2022. Die österreichische Wirtschaft startet damit unter deutlich günstigeren Voraussetzungen ins neue Jahr als 2025. 

Angesichts der weiterhin verhaltenen Konjunkturdynamik ist für die kommenden Monate jedoch nur vorsichtiger Optimismus angebracht“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Zwar hat sich die Konjunkturstimmung in allen Wirtschaftsbereichen ausgenommen am Bau verbessert und im Dienstleistungssektor ist die Stimmung zum Jahresende sogar über den langjährigen Durchschnitt gestiegen, die hohen geopolitischen Unsicherheiten, die aggressive US-Wirtschaftspolitik und hausgemachte Herausforderungen durch die hohe Kostendynamik sowie der enge budgetäre Handlungsspielraum begrenzen die Aussichten für die österreichische Wirtschaft.“

Dienstleistungssektor erstmals seit drei Jahren optimistisch

Der Anstieg des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators um 0,7 Punkte gegenüber dem Vormonat war im Dezember vor allem der verbesserten Stimmung im Dienstleistungssektor zu verdanken. Ein gute Buchungslage im Wintertourismus und die positive Entwicklung des Weihnachtsgeschäfts im Handel sorgte erstmals seit fast drei Jahren für Optimismus unter den Dienstleistern, zumal sich auch die Stimmung unter den österreichischen Konsumenten etwas aufhellte. Auch die Verunsicherung der heimischen Industrie hat gegen Jahresende wieder etwas abgenommen, unterstützt von einer Verbesserung des Exportumfelds. Der mit den österreichischen Handelsanteilen gewichtete Indikator für die globale Industriestimmung verbesserte sich leicht, gestützt auf eine günstigere Entwicklung in Europa sowie den Märkten in Übersee.

Die Konjunktursorgen aufgrund einer schwachen Auftragsdynamik in Kombination mit Einbußen bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit durch die vergleichsweise hohen Lohn- und Energiekosten hielten die Stimmung in den heimischen Industriebetrieben jedoch weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt. Eine erneute Eintrübung der Konjunkturerwartungen am Bau verhinderte eine noch günstigere Entwicklung des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators, wozu bei verbesserter aktueller Geschäftslage vor allem die sehr pessimistischen Auftragserwartungen sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau beitrugen.

„Der positive Trend des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators setzte sich im Dezember wieder fort. Die Stimmungsverbesserung im Dienstleistungssektor sowie in der Industrie stand jedoch einer leichten Eintrübung am Bau gegenüber“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl und ergänzt: „Die Stimmung war in allen Sektoren spürbar günstiger als in der ersten Jahreshälfte. Insbesondere der aufkeimende Optimismus im Dienstleistungssektor lässt auf einen guten Start der österreichischen Wirtschaft ins neue Jahr und ein Andauern der eingesetzten Erholung hoffen.“

BIP-Anstieg 2025 etwas höher als ursprünglich erwartet, dennoch Wohlstandsverlust

Die jüngsten statistischen Daten zeigen einen etwas stärkeren Aufwärtstrend der österreichischen Wirtschaft in den ersten drei Quartalen 2025 als bisher angenommen. Gestützt auf die Inlandsnachfrage stieg das BIP um 0,5 Prozent im Jahresvergleich. Die weitere Verbesserung des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im Schlussquartal weist auf eine Fortsetzung der moderaten Erholung der österreichischen Wirtschaft zum Jahresende hin.

„Wir haben unsere BIP-Schätzung für 2025 aufgrund der Datenrevision und weiterhin guter Stimmungs- und Konjunkturdaten von 0,3 auf 0,5 Prozent erhöht. Die Trendwende nach zwei Rezessionsjahren ist erfreulich, aber die reale Wirtschaftsleistung in Österreich liegt noch um rund ein Prozent unter dem Wert aus 2022. Da die Bevölkerung zudem gestiegen ist, sank das reale BIP pro Kopf in Österreich in den vergangenen drei Jahren sogar um zwei Prozent oder fast 1000 Euro. Die vergangenen Jahre haben somit einen spürbaren Rückgang des Wohlstands in Österreich gebracht“, meint Pudschedl. Auch wenn sich die Konjunktur weiter verbessert, wird der Wohlstandsverlust nur langsam aufgeholt werden. Erst 2027 sollte nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria das reale BIP pro Kopf das Niveau von 2022 wieder erreichen können.

Für den Jahresbeginn 2026 zeichnet sich keine maßgebliche Änderung der Konjunkturlage ab. Jedoch sollte die eingesetzte Erholung der österreichischen Wirtschaft im Verlauf des Jahres, gestützt auf ein Anhalten der positiven Entwicklung der Inlandsnachfrage, an Stabilität und Dynamik zulegen können. Der private Konsum wird trotz Lohnabschlüssen unter der Inflationsrate die wichtigste Konjunkturstütze bleiben, da von einer leichten Reduktion der hohen Sparneigung auszugehen ist. Zudem ist getragen von den günstigeren Finanzierungsbedingungen eine ähnliche Investitionsbereitschaft wie 2025 zu erwarten, unterstützt von einer Verbesserung der Baukonjunktur insbesondere im Hochbau sowie zumindest geringer Impulse durch das Investitionsprogramm Deutschlands. Zudem sollte sich das Exportgeschäft in Anpassung an die protektionistische Handelspolitik der USA und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wieder stabilisieren und damit die Wirtschaftsentwicklung zumindest nicht mehr so stark dämpfen wie 2025.

„Nach einem moderaten Start ins Jahr sollte die Konjunktur in Österreich in weiterer Folge an Tempo zulegen können. Nach dem Anstieg des BIP um 0,5 Prozent 2025 gehen wir von einer leichten Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,0 Prozent für 2026 und 1,5 Prozent 2027 aus. Den größten Beitrag zum Aufwärtstrend der heimischen Wirtschaft wird die Inlandsnachfrage leisten, aber auch eine stabilere Entwicklung im Außenhandel“, meint Pudschedl.

Saisonbereinigte Arbeitslosenquote zu Jahresende 2025 erstmals seit drei Jahren gesunken

Die Verbesserung der österreichischen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte macht sich mittlerweile positiv auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die saisonbereinigten Daten zeigen für den Dezember bereits einen leichten Rückgang der Anzahl der Arbeitssuchenden bei leicht steigender Beschäftigung. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank auf 7,4 Prozent. Auch im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Arbeitslosenquote 7,4 Prozent.

In den kommenden Monaten sollte der positive Trend am Arbeitsmarkt anhalten. Die Erholung der heimischen Wirtschaft wird weiterhin für einen leichten Anstieg der Beschäftigung sorgen, der sich im späteren Jahresverlauf sogar etwas verstärken dürfte. Darüber hinaus wird sich der Rückgang der Arbeitssuchenden fortsetzen, unterstützt durch demografische Effekte wie den verlangsamten Anstieg der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sowie dem Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit der Beschäftigten in Österreich. Die Anhebung des Pensionsalters von Frauen und die Reform der Korridorpension wird diesem Effekt zumindest teilweise entgegenwirken.

„Mit der günstigeren Konjunkturentwicklung setzte bereits knapp vor dem Jahreswechsel die Trendwende am heimischen Arbeitsmarkt ein. Diese ist jedoch noch nicht in allen Wirtschaftsbereichen angekommen, denn während im Dienstleistungssektor, vor allem im öffentlichen Bereich, die Beschäftigung steigt, baut die Industrie noch Personal ab. Im Verlauf des Jahres 2026 sollte sich jedoch in allen Sektoren die positive Entwicklung durchsetzen“, meint Pudschedl und ergänzt: „Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent im Jahr 2025 gehen wir für 2026 von einem Rückgang auf 7,3 Prozent und 2027 weiter auf zumindest 7,2 Prozent aus.“

Inflation geht zurück

Aufgrund der Aufhebung der Strompreisbremse und der hohen Dynamik in einigen Dienstleistungsbranchen, wie vor allem der Gastronomie und Beherbergung, zur Kompensation der Lohnanstiege blieb die Teuerung in Österreich bis zum Jahresende 2025 hoch. Gedämpft durch gesunkene Treibstoffpreise sank die Inflation im Dezember jedoch erstmals seit fünf Monaten mit 3,8 Prozent zumindest wieder unter die Marke von 4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg die Inflation damit auf 3,5 Prozent nach 2,9 Prozent im Jahr davor.

„Für 2026 erwarten wir, vorwiegend durch den Wegfall des Effekts des Auslaufens der Strompreisebremse aus der Berechnung, einen Rückgang der Teuerung auf durchschnittlich 2,4 Prozent. Nach dem sprunghaften Rückgang zu Jahresbeginn durch diesen Basiseffekt wird sich die Inflation jedoch nur noch wenig nach unten bewegen, belastet durch Gebührenanhebungen, eine weiterhin starke Dynamik der Dienstleistungs- sowie der Nahrungsmittelpreise. Wir gehen von einer durchschnittlichen Inflation von 2,4 Prozent im Jahr 2026 aus und erwarten erst für 2027, dass sich die Teuerung in Österreich mit 2,0 Prozent im Zielbereich der Europäischen Zentralbank einfinden wird - nach sechs Jahren mit deutlich höheren Werten“, meint Bruckbauer abschließend. 

 

Veröffentlicht am: 16.01.2026

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