
Viele Menschen schminken sich ganz selbstverständlich im Badezimmer, ohne groß darüber nachzudenken. Laut einer Beauty-Expertin von Fresha, der weltweit führenden Beauty- und Wellness-Buchungsplattform, könnte das jedoch einer der schlechtesten Orte im Haus dafür sein.
Schlechtes Deckenlicht, harte Schatten und feuchtwarme Luft können großen Einfluss darauf haben, wie das Make-up am Ende aussieht, sobald man das Haus verlässt und es bei Tageslicht sieht.
Danielle Louise, Beauty-Expertin in der Fresha App, sagt, der größte Fehler sei es, sich auf Innenbeleuchtung zu verlassen, die nicht widerspiegelt, wie Make-up tatsächlich bei Tageslicht wirkt.
„Make-up kann je nach Raum, in dem es aufgetragen wird, komplett unterschiedlich aussehen. Viele schminken sich im Badezimmer, weil es praktisch erscheint, aber das Licht dort ist oft zu hart, zu dunkel oder ungünstig positioniert. Das kann dazu führen, dass man zu viel oder zu wenig verblendet, zu viel Produkt verwendet oder sogar den völlig falschen Farbton auswählt. Am besten trägt man Make-up bei natürlichem Tageslicht auf oder zumindest bei Licht, das diesem möglichst nahekommt. Wenn man den eigenen Hautton, die Hautstruktur und das Finish der Produkte auf dem Gesicht richtig erkennen kann, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass das Ergebnis auch im echten Leben frisch und stimmig aussieht und nicht nur in einem bestimmten Spiegel.“
Der beste Raum zum Schminken
Laut Danielle ist ein Schlafzimmer oder Ankleidebereich mit viel natürlichem Licht, idealerweise in der Nähe eines Fensters, der beste Ort zum Schminken.
Sie erklärt: „Natürliches Licht zeigt Haut und Make-up am realistischsten. Man erkennt besser, wo Foundation noch verblendet werden muss, ob Bronzer zu warm wirkt, ob das Rouge gleichmäßig sitzt und ob Concealer wirklich nahtlos eingearbeitet ist. Wenn man sich mit Blick zum Fenster schminken kann, ist das in der Regel ideal.“
Wenn nur wenig Tageslicht vorhanden ist, sei die nächstbeste Lösung ein Raum mit weichem, gleichmäßigem Licht, das möglichst auf Gesichtshöhe oder seitlich und nicht direkt von oben kommt.
Der schlechteste Raum zum Schminken
Danielle sagt, dass das Badezimmer oft der schlechteste Raum im Haus zum Schminken ist, vor allem dann, wenn dort mit Deckenlampen oder warmem, gelbstichigem Licht gearbeitet wird.
Sie sagt: „Badezimmerlicht wirft oft genau dort Schatten, wo man sie nicht haben will. Deckenlicht lässt die Augenpartie dunkler wirken, betont Hautstruktur stärker und kann Foundation gleichmäßiger erscheinen lassen, als sie tatsächlich ist. Sobald man dann nach draußen geht, fallen plötzlich Streifen, ungleichmäßige Stellen oder ein unpassender Farbton auf. Ist der Raum nach dem Duschen zusätzlich noch warm oder dampfig, kann sich das auch darauf auswirken, wie Produkte auf der Haut sitzen. Das Make-up kann schon vor dem Verlassen des Hauses anfangen zu verrutschen, sich abzusetzen oder ungleichmäßig aufzutragen.“
Weitere Räume, die das Make-up-Ergebnis beeinflussen können
Danielle erklärt, dass auch andere Räume je nach Lichtverhältnissen und Wandfarbe das Ergebnis verfälschen können.
Räume mit sehr warmem Licht
Sie können Foundation gelblicher oder dunkler wirken lassen, als sie tatsächlich ist, was das Risiko erhöht, den falschen Farbton zu wählen.
Dunkle Schlafzimmer mit wenig Tageslicht
Hier tragen viele unbewusst zu viel Concealer, Bronzer oder Rouge auf, weil Gesichtszüge und Übergänge schlechter zu erkennen sind.
Räume mit farbigen Wänden
Rosa, gelbe oder graue Wände können Farbe auf die Haut reflektieren und so die Wahrnehmung des Make-ups beeinflussen.
Tipps für besseres Schminken zu Hause
- Make-up möglichst bei natürlichem Licht auftragen
- Am besten mit dem Gesicht zum Fenster sitzen und nicht mit Licht von hinten oder direkt von oben
- Nicht nur auf einen kleinen Spiegel in schlechtem Licht verlassen
- Das Make-up vor dem Verlassen des Hauses in einem zweiten Spiegel überprüfen
- Bei künstlichem Licht auf weiches, weißes Licht setzen, das Tageslicht möglichst nahekommt
- Bei Foundation, Concealer und Puder im Badezimmer besonders aufmerksam sein
Danielle ergänzt: „Viele Make-up-Fehler haben gar nicht unbedingt etwas mit mangelndem Können zu tun, sondern mit der Umgebung. Man kann gute Produkte benutzen und sie richtig auftragen, aber wenn das Licht nicht stimmt, ist es viel schwieriger, das tatsächliche Ergebnis richtig einzuschätzen. Manchmal macht ein Raumwechsel mehr Unterschied als eine komplett neue Routine.“
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