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Großer Berufsgruppen-Vergleich: Wie lange müssen Deutsche für ein neues Auto arbeiten?

Der Großer Berufsgruppen-Vergleich



Die Leasingexperten von LeasingMarkt.de haben in einer umfassenden Analyse untersucht, wie viele Monatsgehälter Menschen in Deutschland für unterschiedliche Neuwagenmodelle aufbringen müssen. Die Ergebnisse machen sichtbar, wie zugänglich die individuelle Mobilität in Deutschland ist und welche sozialen Unterschiede sich im heutigen Fahrzeugangebot widerspiegeln.

Der Bestand an Personenkraftwagen in Deutschland hat einen neuen historischen Höchststand erreicht: Zum Jahresbeginn 2025 waren rund 49,3 Millionen Pkw registriert, mehr als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik [1]. Das unterstreicht die Bedeutung des Autos im Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig steigt die finanzielle Belastung, die die Anschaffungskosten mit sich bringen.

In der Analyse wurden die Netto-Gehälter von 15 Berufsgruppen miteinander verglichen, um die Unterschiede beim Autokauf sichtbar zu machen. Die Berufsauswahl setzt sich aus den zehn in Deutschland am häufigsten ausgeübten Tätigkeiten sowie fünf Berufsgruppen mit überdurchschnittlichem Nettoeinkommen zusammen. Die Zeitangaben beziehen sich jeweils auf Monate, die erforderlich wären, wenn das gesamte Nettogehalt vollständig zurückgelegt würde, ohne Lebenshaltungskosten oder sonstige Ausgaben zu berücksichtigen.

Das Auto für jedermann? Der VW Golf zeigt die wachsende Ungleichheit

Der VW Golf galt lange Zeit als das Auto für jedermann. Heute können sich viele Berufstätige den VW Golf nur noch nach längerem Sparen leisten. Für eine Verkäuferin entspricht der Neupreis des Golf fast 15 Netto-Monatsgehältern, für einen Pflegeassistenten etwa 14 Monatsgehältern und für eine Erzieherin knapp elf Monate. Selbst Fachärzte erreichen den Kaufpreis erst nach mehr als einem halben Jahr reiner Arbeitszeit. Dagegen können Bundestagsabgeordnete den Golf in etwa fünf Monaten verdienen, Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen in wenigen Tagen. 

Selbst Kleinwagen sind für viele Beschäftigte kaum noch erschwinglich


Kompakte Modelle wie der Opel Corsa oder VW Polo sind erschwingliche Einstiegsautos. Die Untersuchung zeigt, dass jedoch auch diese Klasse für viele Erwerbstätige aus niedrigeren Gehaltsklassen mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden ist. Für einen Opel Corsa müssen Verkäuferinnen fast 12 Monate arbeiten, Pflegeassistentinnen rund elf Monate, Erzieherinnen etwa neun Monate. Ein vermeintlich günstiger Kleinwagen wie Polo oder Corsa liegt für viele Haushalte bereits nahe an einem Jahresgehalt. Gerade Berufspendler mit niedrigerem Einkommen geraten dadurch unter Druck, da sie Investitionen in Mobilität zugunsten fixer Ausgaben wie Miete oder Kinderbetreuung zurückstellen müssen. Fehlt zudem ein guter ÖPNV, wird Mobilität schnell zum sozialen Nachteil.

Elektroautos bleiben für einen Teil der Bevölkerung unerreichbar

Elektromodelle der Mittelklasse wie Tesla Model Y oder BYD Seal U liegen preislich meist zwischen rund 41.000 und 43.000 Euro. Für Verkäuferinnen, Pflegeassistenten oder Erzieherinnen entspricht das einer Nettoarbeits- und Sparzeit von etwa 16 bis 21 Monaten; selbst Fachärztinnen benötigen mehr als zehn Monate. Die hohen Einstiegspreise verstärken die finanzielle Hürde: Elektroautos sind derzeit im Neupreis oft teurer als vergleichbare Verbrenner. Unter diesen Bedingungen wird der Wechsel vom Verbrenner für viele Haushalte kaum realisierbar, solange Anschaffungskosten nicht deutlich sinken oder gezielte Förderinstrumente greifen.

Eine Umfrage zeigt, dass rund jeder zweite Fahrer aufgrund von Vorbehalten gegenüber der Langlebigkeit der E-Autobatterie keinen gebrauchten Stromer kaufen würde [2]. Gerade deshalb sind niedrige Neuwagenpreise in diesem Segment besonders entscheidend für die Zugänglichkeit der Verkehrswende für Menschen aus geringeren Einkommensklassen. Hersteller reagieren auf die finanziellen Hürden vieler Haushalte und führen ab 2026 kompakte E-Autos ein, die mit Neupreisen von 20.000 bis 25.000 Euro deutlich günstiger sind als bisherige Modelle. Hierzu zählen unter anderem der Renault Twingo Electric und der VW ID.Polo. Zwar wird Elektromobilität dadurch nicht grundsätzlich günstig, doch in Kombination mit der geplanten neuen Kaufprämie wird der Wechsel für die untere Mittelschicht realistischer.

Martin Teichmann, Geschäftsführer von LeasingMarkt.de, kommentiert: „Natürlich war ein Auto bereits vor Jahrzehnten eine große Investition. Früher waren Modelle für Menschen mit geringerem Einkommen jedoch so positioniert, dass sie in einem realistischen Verhältnis zum Einkommen standen. Heute verdeutlicht unsere Analyse ein starkes Ungleichgewicht: Gerade Fahrzeuge, die für niedrige und mittlere Einkommen gedacht sind, liegen preislich weit über dem, was diese Berufsgruppen realistisch in einem angemessenen Zeitrahmen leisten können. Bezahlbare Modelle sind jedoch nötig, damit Mobilität für alle möglich bleibt."

Foto: Pixabay


Quellen:
[1] Statistisches Bundesamt - Pkw-Dichte 2025 erneut leicht gestiegen

[2] AutoScout24 - Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos 2023: Preise, Angebot, Ländervergleich

 

Veröffentlicht am: 29.01.2026

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