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Ein furioses Fest der Musik und Lebensfreude

Young Euro Classic begeht erfolgreiche 27. Saison



Mit dem Konzert des AYSO – Accademia Youth Symphony Orchestra aus Italien und der Verleihung des Europäischen Kompositionspreises ist die 27. Ausgabe von Young Euro Classic mit einer Auslastung von 90 % und 22.800 Besucher:innen zu Ende gegangen. Vom 31. Juli bis 16. August hat das Festival mit 14 Orchestern, 2 Jazz-Formationen und einem Chor erneut seinen einzigartigen Wert im Berliner Kultursommer und der internationalen Kulturlandschaft gezeigt. 


Das Festival im Festival FUTURE NOW hat sich zu einem zukunftsweisenden Bestandteil von Young Euro Classic entwickelt: die Publikumsauslastung der fünf Wochenendkonzerte zeigt das anhaltende Interesse an außereuropäischen Musiktraditionen und -innovationen.  Neben dem NEXT GENERATION Kindertag für den jüngsten Nachwuchs erfreute sich insbesondere YEC im Kiez besonderer Beliebtheit: bei den Pop-Up Konzerten im Klunkerkranich, bei c/o Berlin oder auf der Freitreppe des Konzerthauses Berlin sorgten kleine Ensembles aus einer Auswahl der angereisten Orchester für mitreißende Stimmung.

„Young Euro Classic beweist sich als internationale Plattform, als vitale und ehrliche Investition in die jungen Menschen, die ihre Zukunft in die eigene Hand nehmen. In einer Zeit großer Mut- und Ratlosigkeit zeigen die musikalische Jugend der Welt und das Festivalpublikum, was Neugier aufeinander, was Kultur zu leisten vermag: Aufbruchstimmung, Lebensfreude, frenetischer Jubel an jedem Abend.“, so Dr. Gabriele Minz, Gesamtleitung des Festivals, zur Saison 2026.

Abendkonzerte voller Zuversicht

Schon das ausverkaufte Eröffnungskonzert des Bundesjugendorchesters brachte das Festivalmotto „Hier spielt die Zukunft“ sinnbildlich auf den Punkt. Unter Leitung des erst 25-jährigen Aurel Dawidiuk und mit dem gleichaltrigen Pianisten Giorgi Gigashvili sorgte das Orchester für einen euphorischen Auftakt.  Beim anschließenden Publikumsfest im Freien setzten Musiker:innen des Bundesjugendorchesters und des Youth Symphony Orchestra of Ukraine gemeinsam ein musikalisches Zeichen der Zuversicht. Das ukrainische Jugendorchester stellte am folgenden Abend beim Konzert unter dem Dirigat von Oksana Lyniv einmal mehr die verbindende Kraft der Musik unter Beweis.

Insgesamt standen beim diesjährigen Festival fünf Dirigentinnen auf der Bühne: Elim Chan dirigierte das European Union Youth Orchestra (EUYO), ein regelmäßiger Gast seit Gründung des Festivals, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feierte. Mit dem National Youth Orchestra of the United States of America trat Carina Kanellakis auf, während Teresa Satalino mit dem Accademia Youth Symphony Orchestra (AYSO) Werke aus ihrer Heimat „bella Italia“ aufführte. Das Konzert des Slovenian Youth Orchestra brachte unter der Leitung von Živa Ploj Peršuh zusammen mit Solist Lauri Porra zum ersten Mal den E-Bass als Solo-Instrument zu Young Euro Classic.

Ein klares Statement für Frieden, Demokratie und europäische Werte gab zudem das Jovem Orquestra Portuguesa unter Leitung seines Gründers und Dirigenten Pedro Carneiro ab. Besonderen Eindruck hinterließen dabei die zwei Antikriegslieder von Fernando Lopes-Graça als Zugaben.

Erstmalig traten Klangkörper aus Slowenien, Estland, China, Turkmenistan und Luxemburg bei Young Euro Classic auf – eine Bandbreite spannender Debüts, die widerspiegelt, wie wichtig das Festival für den internationalen Musiknachwuchs ist.

Internationale Begegnungen und neue Perspektiven


Young Euro Classic stand auch in diesem Jahr für internationale Begegnungen, die neue Perspektiven auf das musikalische Repertoire unserer Zeit ermöglichten. Zwei Abendkonzerte standen ganz besonders im Zeichen grenzübergreifender Zusammenarbeit: Das schwungvolle Konzert des Orchestra of the Americas & Penderecki Youth Orchestra, bei dem junge Musiker:innen von den amerikanischen Kontinenten auf Musiker:innen aus Polen und weiteren europäischen Ländern trafen, sowie die einzigartige Verbindung von Jazz und indischer Folk-Musik bei The Jakob Manz-Karthik Mani Project.

YEC im Kiez brachte das Bundesjugendorchester mit dem National Youth Orchestra of the USA zusammen. In Streicher- und Blechbläser-Ensembles spielten sie Stücke von Tschaikowski und Bernstein dort, wo klassische Musik sonst selten gehört wird – etwa im c/o Berlin und im Neuköllner Klunkerkranich. Auch das Orchester des Zhejiang Conservatory Music zog die Besucher:innen des Klunkerkranich mit einem Blechbläser-Ensemble in seinen Bann, genauso wie das Schlagzeug-Bläser-Ensemble des Jovem Orquestra Portuguesa.

Bei FUTURE NOW Musical Diaries, dem vierten Festival im Festival, gab es Begegnungen musikalischer Traditionen, die einzigartige Stimmungen hervorriefen. Speziell bei der Zusammenarbeit der beiden vietnamesischen Künstlerinnen Lương Huệ Trinh und Vũ Thị Thùy Linh kam es zu einer besonderen Symbiose von traditionellem vietnamesischem Gesang und vielschichtigen elektronischen Klanglandschaften. Diese wurde zum Schluss des Konzerts um ein spannendes Aufeinandertreffen mit Musiker:innen des Orchestre National des Jeunes du Luxembourg ergänzt. Das FUTURE NOW-Ensemble &ñịoن, zusammengesetzt aus vier Berliner Musiker:innen unterschiedlicher Herkünfte, zeigte, wie die Verschmelzung alltäglicher Gegenstände und urbaner Sounds mit zeitgenössischer Musik klingt.

Der NEXT GENERATION Kindertag ermöglichte dem jüngsten Nachwuchs erste Begegnungen in der musikalischen Welt. Aufführungen von Suli Puschban & die Kapelle der guten Hoffnung und Ravi Srinivasan versetzten das junge Publikum ins Staunen. Bei den Angeboten des Klingenden Museums und des Musikstudio Blockbox konnten die jungen Besucher:innen erste eigene Erfahrungen mit Musikinstrumenten und der Musikproduktion machen. Und für eine ganz besondere Zusammenkunft sorgten die von den Berliner Philharmonikern gegründeten Vokalhelden, die gemeinsam mit Teilnehmenden des Kindertags sowie Passant:innen auf der Freitreppe des Konzerthauses leidenschaftlich sangen.

Europäischer Kompositionspreis für César Rafael

Der Europäische Kompositionspreis geht in diesem Jahr an César Rafael aus Portugal für das Werk „Saudades, só portugueses“, das im Rahmen von Young Euro Classic am 7. August vom Jovem Orquestra Portuguesa uraufgeführt wurde. „Dank klanglichem Einfallsreichtum und einer hohen Dichte an starken Kontrasten und überraschenden Momenten blieb das Stück kurzweilig und verlor nie an Spannung, wobei gleichzeitig durch die Stringenz im musikalischen Material und die handwerkliche Sicherheit im Umgang mit dem Orchester stets ein roter Faden zu spüren war.“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

In diesem Jahr konkurrierten 2 Uraufführungen und 13 Deutsche Erstaufführungen um den vom Regierenden Bürgermeister ausgelobten und mit 5.000 Euro dotierten Preis. Eine zehnköpfige Laienjury aus dem Publikum hat 12 Konzerte gehört, um die Entscheidung über den Preisträger zu treffen. Überreicht wurde der Preis von Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie in Berlin.

Stream und Übertragung

ARTE hat das Eröffnungskonzert des Bundesjugendorchesters am 31.07., aufgezeichnet. Seit dem 3. August 2026 ist das Konzert für 180 Tage in der Mediathek abrufbar: www.arte.tv.

Deutschlandfunk Kultur hat folgende Konzerte aufgezeichnet und bundesweit in der Sendung „Konzert“ ausgestrahlt – in der Dlf Audiothek App, über UKW, DAB+ und deutschlandfunkkultur.de. Aktuell sind die Übertragungen auch noch online abrufbar:

31.07.: Bundesjugendorchester, dieses Konzert wurde am Konzerttag live übertragen und ist noch bis zum 30.08. online abrufbar.

11.08.: National Youth Orchestra of the USA (Konzert vom 04.08.), 30 Tage nach Ausstrahlung online abrufbar.

28.08. Estonian National Opera Boys' Choir (Konzert vom 15.08.), 180 Tage nach Ausstrahlung online abrufbar.

Danksagungen


Ohne den Rückhalt und das Vertrauen der wichtigen und langjährigen Partner:innen ist Young Euro Classic nicht zu verwirklichen. Der Veranstalter dankt dem Bund, dem Hauptstadtkulturfonds, dem Land Berlin, der KfW sowie den Volksbanken und Raiffeisenbanken und der GVL, dem Konzerthaus Berlin, der Firma Ströer, der Stiftung am Grunewald, der Karl Schlecht Stiftung, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Audiomanufaktur Burmester, den Medienpartner:innen, den zahlreichen Unterstützer:innen, Spender:innen und dem großartigen Young Euro Classic-Publikum. Das Festival im Festival „FUTURE NOW Musical Diaries“ wird von der Berliner LOTTO-Stiftung gefördert.

Der Veranstalter dankt dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem Regierenden Bürgermeister für die Übernahme der Schirmherrschaften für Young Euro Classic.

Für die Ermöglichung von NEXT GENERATION dankt das Festival dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Ausblick: Hier spielt die Zukunft!


Young Euro Classic · Festival der besten Jugendorchester der Welt
23. Juli bis 8. August 2027 im Konzerthaus Berlin

Foto:
Tom Schweers

 

Veröffentlicht am: 17.08.2026

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