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Betroffene narzisstischen Missbrauchs: In schwachen Momenten stark bleiben

Neue moderierte Online-Community „Spiegelbruch – Du warst nie sein Spiegel. Du bist du“ bietet Schutzraum und Halt zu jeder Tageszeit



Menschen, die narzisstischen Missbrauch erlebt haben, zweifeln oft an ihrer Wahrnehmung. Sie isolieren sich oder gehen immer wieder zurück in diese Strukturen, vor allem dann, wenn es sich um Liebesbeziehungen handelt. Mit „Spiegelbruch – Du warst nie sein Spiegel. Du bist du“ bietet die Autorin und Profilerin Sabine Finkmann ab sofort eine geschlossene Online-Community an, die genau an dieser Stelle ansetzt: zwischen den Terminen bei Beratungsstelle, Anwältin und Therapeutin – dort, wo Betroffene bisher allein waren.

Geschlossen – damit Betroffene sich öffnen können


Vor allem in familiären Strukturen und Liebesbeziehungen, bei denen Menschen unter narzisstischem Verhalten leiden, gibt es ihn immer wieder: den Moment, in dem man droht aus seiner Stärke zurückzufallen und alles, was man sich erarbeitet hat, um sich aus negativen Beziehungen zu lösen, zu verlieren. Sabine Finkmann erklärt: „Es gibt gute Hilfe für Betroffene, aber sie hat Wartezeiten, Öffnungszeiten und Stundensätze. Der Moment, in dem eine Frau um 23 Uhr die dritte Nachricht ihres Ex-Partners liest und überlegt, ob sie zurückgeht, findet nicht in einer Sprechstunde statt.“ Für genau diese Situationen hat die Dortmunderin „Spiegelbruch – Du warst nie sein Spiegel. Du bist du“ ins Leben gerufen. „Das ist der Satz, der über allem steht, was wir tun. Ein narzisstischer Mensch braucht den anderen als Spiegel; wer den Spiegel zerbricht, wird wieder ein eigener Mensch.“ 

Die Community ist geschlossen und wird von Finkmann und ehemals Betroffenen, die dafür geschult wurden, moderiert. „Die Aufnahme erfolgt nach einem persönlichen Gespräch, was einfach daran liegt, dass wir einen vertraulichen Schutzraum für Betroffene schaffen, in dem man sich öffnet. Das ist anders als in offenen Foren, wo jeder Neugierige persönliche Verletzungen mitlesen kann“, verdeutlicht Finkmann. Mitglieder finden bei Spiegelbruch Menschen, die Gleiches erlebt haben oder erleben. Wöchentliche Impulse, ein Begleitsystem für die ersten drei Monate und eine Bibliothek mit mehr als 25 von Finkmann geschriebenen Unterlagen unterstützen Mitglieder. Dabei reichen die Informationen von einer Beschreibung der Phasen einer narzisstischen Beziehung über Sicherheitsplan, Ereignis-Tagebuch und Kommunikation mit dem Ex-Partner bis zu Hilfestellungen zu Gericht, Jugendamt, Geld, Deepfakes und Stalking. Für Kinder betroffener Familien gibt es eigene Hefte, für Lehrkräfte und Kinderärzte ein Merkblatt, für Angehörige einen Leitfaden.

Kein Ersatz für Therapie oder Rechtsberatung – sondern Halt im Moment der Sturzgefahr


Dabei ist Spiegelbruch kein Ersatz für Therapie, Rechtsberatung oder Krisenhilfe. Finkmann merkt an: „Ich bin keine Juristin und keine Therapeutin. So werden bei Spiegelbruch keine Diagnosen gestellt und es wird niemand Narzisst genannt. Es geht darum, Verhalten zu beschreiben und Betroffenen Unterstützung zu jeder Tages- und Nachtzeit zu geben. Wir sind an dieser Stelle einfach da, als Halt, wenn der Sturz wieder einmal kurz bevorsteht.“ Alles andere, so Finkmann, gehört in professionelle Hände – und dahin verweist die Community auch.

Spiegelbruch ist keine Krisenhilfe

Wenn du in Gefahr bist oder nicht mehr weiterweißt, warte nicht auf eine Antwort in der Community:
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 – kostenlos, anonym, rund um die Uhr
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 – rund um die Uhr
- Bei akuter Gefahr: 110 rund um die Uhr

Bild: Justin Bockey

 

Veröffentlicht am: 13.10.2026

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