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Neues Marktregime für Investoren: 6 Investmentaspekte

... von Michel Saugné, Chief Investment Officer bei LFDE



Zum Jahresstart 2026 zeichnet sich ein neues Marktregime ab. Die bisher liquiditätsgetriebene Rally weicht zunehmend einem ertragsgetriebenen Zyklus. Reales Gewinnwachstum und fiskalische Impulse rücken damit ins Zentrum. Zwar bleibt das globale Wachstum insgesamt robust, doch nehmen Volatilität und Renditedifferenzen spürbar zu. 

Für Investoren bedeutet das einen klaren Paradigmenwechsel. Breite Marktbewegungen verlieren an Aussagekraft, sodass aktives Management wieder entscheidend wird, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken differenziert zu steuern. Oder anders gesagt: diszipliniertes Alpha statt Momentum ist jetzt gefragt.

Im Wesentlichen sehen wir sechs zentrale Aspekte, die es zu beachten gilt:

1 – Außerhalb der USA diversifizieren!

Die USA als Investmentmarkt sind zwar nach wie vor relevant, aber nicht mehr der Anker. Besonders US-Indizes sind exzessiv hoch bewertet und stark auf den Technologiesektor konzentriert, was ihr Diversifizierungspotenzial deutlich reduziert. Der US-Dollar dürfte schwach und die politischen sowie wirtschaftlichen Unsicherheiten hoch bleiben. Demgegenüber bietet Japan derzeit attraktive Chancen zur Diversifikation. Trotz steigender Leitzinsen bleibt der reale Zins negativ, der Konsumausblick positiv und fiskalpolitische Maßnahmen werden demnächst umgesetzt. Für europäische Investoren bietet der historisch unterbewertete Yen, der sich von Zinsdifferenzen entkoppelt hat, zudem einen attraktiven Einstiegspunkt.

2 – Europäische Titel zeigen eine attraktive Asymmetrie

Relativ betrachtet handeln europäische Aktien nach wie vor mit einem Bewertungsabschlag und Kapitalzuflüsse haben bis dato nur moderat eingesetzt. Das Chancen-Risiko-Profil ist positiv asymmetrisch, da mehrere Aufwärtstreiber noch nicht eingepreist sind. Treibende Faktoren sind unter anderem fiskalische Impulse, mögliche Zinsschritte der EZB, niedrigere Energiepreise, eine mögliche Stabilisierung des EUR/USD-Handelspaars sowie weitere Finanzierungen durch das NextGenerationEU-Programm. Ein Engagement in strategisch wichtigen Sektoren, die langfristig stabile Wachstumstreiber bieten und besser vor geopolitischen sowie Lieferkettenrisiken schützen, ist heute ein zentraler Baustein für resiliente und gut diversifizierte Portfolios.

3 – Contrarian-Position bei europäischen Qualitätstiteln wagen

Der Gegenwind für Europa hat sich verringert. Gerade seitdem der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert, hat sich das Umfeld für europäische Qualitätsunternehmen deutlich verbessert. Die Wechselkursbelastung für europäische Exporteure dürfte im Jahr 2026 deutlich abnehmen, handelspolitische Risiken gehen zurück, und die Ertragsvisibilität in wichtigen Sektoren verbessert sich. Gleichzeitig stabilisieren sich die Gewinnperspektiven in defensiven Bereichen wie Healthcare und Basiskonsumgütern, deren Bewertungen weiterhin attraktiv sind. Ein interessantes Jahr für Qualitätswerte steht bevor, auch weil andere Stile bereits deutlich zugelegt haben.

4 – Erneutes Momentum in Schwellenländern nutzen

Schwellenländer stehen erst am Anfang einer breiten Erholungsphase. Sie bieten für 2026 eines der attraktivsten Verhältnisse von Bewertung zu Gewinnwachstum. Besonders Indien erscheint im Kontext interessant. Nach jahrelanger Outperformance hat der indische Markt 2025 deutlich korrigiert, wodurch sich die relative Bewertung innerhalb der Emerging Markets normalisiert hat. Insgesamt eröffnen sich damit attraktive Chancen gegenüber teuer bewerteten globalen Märkten. Die Inflation ist rückläufig und das Wachstum zieht an, getrieben von Konsum und Mehrwertsteuerentlastungen.

5 – Bei Banken, KI und Rohstoffen ist jetzt die Zeit für Stock Picking

Nach dem Gewinnaufholprozess bei Banken ist trotz solider Fundamentaldaten ein stärker differenzierter Ansatz erforderlich. Ebenso im Bereich Künstliche Intelligenz. Hier sehen wir zwar keine Bewertungsübertreibungen, jedoch eine hohe Marktkonzentration und zunehmende Bilanzrisiken.

Kritische Rohstoffe wiederum bleiben das strategische Langfristthema. Chinas Dominanz bei seltenen Erden entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist problematisch. Vor dem Hintergrund der erratischen US-Politik wächst zudem das Misstrauen gegenüber dem Dollar. Gold festigt so seine Position als sicherer Hafen und derzeit einzige glaubwürdige Alternative. Edelmetalle, Kupfer und seltene Erden bleiben damit strategisch relevant zur Portfoliobeimischung.

6 – Anleihen bleiben ein zentraler Portfoliobaustein

Unternehmensanleihen sind entlang der Zinskurve noch immer attraktiv. Aufgrund der vergleichsweise hohen Zinsen bei gleichzeitig komprimierten Spreads sollten Investment-Grade-Anleihen priorisiert werden. Auch im Anleiheuniversum ist Qualität in diesem Jahr Trumpf. 

 

Veröffentlicht am: 03.02.2026

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