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Krypto-Marktreport: Comeback der Kleinanleger?

Suchanfragen erreichen 5-Jahres-Hoch, doch die Verunsicherung bleibt groß



In einem neuen Infografik-Marktreport beleuchtet boersen-parkett.de zentrale Spannungsfelder des aktuellen Kryptomarktes. Die Daten zeichnen ein widersprüchliches Bild: Während das Interesse potenzieller Neueinsteiger deutlich anzieht, signalisiert die Marktstimmung unter aktiven Anlegern historische Nervosität.

Das weltweite Suchvolumen für „how to buy bitcoin“ hat jüngst den Höchstwert der vergangenen fünf Jahre erreicht. Der Google-Trend-Score notiert bei 100 und signalisiert damit das maximale relative Suchinteresse im betrachteten Zeitraum. Historisch waren derartige Ausschläge häufig mit Phasen starker Kursanstiege oder intensiver medialer Berichterstattung verbunden. Auffällig ist diesmal jedoch der Kontext: Die Kurse notieren deutlich unter früheren Hochs, das Marktumfeld ist von Unsicherheit geprägt.

Wie die Infografik zeigt, lässt sich daraus zumindest eine vorsichtige Hypothese ableiten. Während viele erfahrene Anleger derzeit defensiv agieren, könnten sinkende Kurse bei außenstehenden Beobachtern als strategische Einstiegschance wahrgenommen werden. Suchanfragen spiegeln zunächst Neugier und Informationsbedarf wider, nicht zwingend unmittelbare Kapitalzuflüsse. Dennoch markieren sie häufig frühe Phasen neuer Marktzyklen.

Dem gegenüber steht ein zweiter Extremwert. Der Krypto Fear and Greed Index, der seit 2018 anhand von Volatilität, Handelsvolumen, Marktstruktur und weiteren Stimmungsindikatoren die Risikoneigung misst, ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung gefallen. Auf einer Skala von 0 bis 100 steht der aktuelle Wert für ausgeprägte, historisch einmalige Furcht. Noch nie war die kollektive Risikoaversion am Kryptomarkt stärker ausgeprägt.

Wie aus der Infografik hervorgeht, entsteht daraus ein Spannungsfeld: steigendes Informationsinteresse auf der einen, maximale Verunsicherung unter aktiven Marktteilnehmern auf der anderen Seite.

Ein dritter Datenpunkt relativiert die These eines breiten Comebacks zusätzlich. Die monatlichen Aufrufzahlen großer Kryptoplattformen sind deutlich rückläufig. So ist der Traffic von CoinMarketCap, einer der weltweit meistgenutzten Informationsseiten für Kryptowährungen mit globaler Reichweite, innerhalb von knapp zwölf Monaten von rund 30 Millionen auf 18,4 Millionen monatliche Besuche gefallen. Ein Rückgang dieser Größenordnung deutet auf nachlassende Aktivität und sinkende Marktteilnahme hin. Während potenzielle Neueinsteiger offenbar wieder recherchieren, scheint bei einem Teil der bestehenden Anleger Ernüchterung eingekehrt zu sein.

Zwei strukturelle Entwicklungen geben Marktbeobachtern darüber hinaus zu denken. Historisch reagierte Bitcoin auf geopolitische Spannungen häufig zeitversetzt positiv. In der Woche akuter Eskalationen waren Rückgänge nicht ungewöhnlich, ein Monat später zeigte sich jedoch vielfach eine überdurchschnittliche Erholung. Aktuell bleibt eine solche Dynamik aus. Die angespannte geopolitische Lage zwischen den USA und der EU, handelspolitische Spannungen, neue Zollrhetorik sowie Unsicherheiten im Nahen Osten wirken bislang nicht stabilisierend auf den Kurs. Eine klassische Risikoabsicherung durch Bitcoin ist derzeit kaum erkennbar.

Hinzu kommt eine auffällige Entkopplung von der globalen Geldmenge. In den vergangenen Jahren bestand eine hohe Korrelation zwischen dem Wachstum der globalen M2-Geldmenge und dem Bitcoin-Preis. Steigende Liquidität ging häufig mit steigenden Kursen einher. Seit einigen Monaten öffnet sich jedoch eine deutliche Lücke: Während die globale Liquidität erneut expandiert, verharrt Bitcoin im Abwärtstrend. Diese Divergenz wirft Fragen nach veränderten Marktmechanismen, regulatorischen Einflüssen und strukturellen Kapitalströmen auf. Möglich ist, dass institutionelle Allokationen selektiver erfolgen oder Liquidität verstärkt in andere Anlageklassen fließt.

In der Gesamtschau entsteht ein ambivalentes Bild. Suchanfragen signalisieren wachsende Aufmerksamkeit, Stimmungsindikatoren markieren historische Panik, Plattformdaten zeigen Rückzug, makroökonomische Korrelationen bröckeln. Ob daraus eine Trendwende entsteht oder lediglich eine Zwischenphase im laufenden Zyklus, bleibt offen.

Festzuhalten ist jedoch: In der Vergangenheit waren es häufig genau jene Phasen maximaler Unsicherheit, in denen sich langfristig orientierte Investoren positionierten. Bärenmärkte zeichneten sich nicht durch Euphorie, sondern durch Skepsis und Resignation aus. Wer in solchen Phasen antizyklisch agierte, profitierte in späteren Aufwärtsbewegungen überproportional. Ob sich dieses Muster wiederholt, wird maßgeblich davon abhängen, ob sich Liquidität, Vertrauen und Marktstruktur erneut synchronisieren.

Foto: Pixabay

 

Veröffentlicht am: 17.02.2026

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