Trotz eines weiterhin erhöhten Ölpreises, anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie teilweise neuen Mehrjahreshochs bei Staatsanleiherenditen zeigen sich die globalen Aktienmärkte nach wie vor widerstandsfähig.
So verzeichnete der S&P 500 mit über 7.500 Punkten erst jüngst ein neues Allzeithoch. Auch europäische Aktien liegen mittlerweile wieder rund 9 % über ihren Tiefs aus Mitte März. Unterstützend wirkte bislang die sehr robuste Berichtssaison – insbesondere der großen US-Technologiewerte – sowie die positiven Gewinnrevisionen der Analysten gepaart mit anhaltend robusten Wirtschaftsdaten. Nach vorne gerichtet dürfte der Weg ohne eine Öffnung der Straße von Hormus jedoch schmaler und die Märkte anfälliger für einen Rücksetzer werden: Die positive Berichtssaison neigt sich dem Ende zu und weiter hohe Ölpreise wirken sich bereits jetzt negativ auf Inflation und Anleiherenditen aus, was auf dem allgemeinen Makroumfeld lastet.
Darüber hinaus mahnt auch die Saisonalität zur Vorsicht: Zum einen neigen die Sommermonate in Zwischenwahljahren ohnehin zur Schwäche. Zum anderen erwiesen sich auch die ersten Monate nach der Besetzung eines neues Fed-Vorsitzenden als tendenziell anfällig.
Kurzfristiger Ausblick
Während sich die Berichtssaison langsam dem Ende neigt und das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping letzte Woche mit Spannung erwartet wurde, dürfte sich der Anlegerblick diese Woche neben den Entwicklungen im Nahost-Konflikt auch auf die Quartalszahlen von Nvidia richten. Das Unternehmen gilt als Taktgeber für den gesamten KI-Komplex.
Der Wirtschaftskalender bleibt diese Woche hingegen relativ dünn. Morgen wird zunächst das vorläufige Bruttoinlandsprodukt für Japan (Q1) veröffentlicht. Am Mittwoch folgen die finalen Verbraucherpreise der Eurozone (Apr.). Am Donnerstag werden unter anderem die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien (Mai) erwartet.
Am Freitag rücken die Verbraucherpreise aus Japan (Apr.) in den Fokus der Anleger. In der Folgewoche dürften die Verbraucherpreise einiger europäischer Länder neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Nahost-Konfliktes auf die Inflation liefern.