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Autofahrer zahlen bereits deutlich mehr

Krieg im Iran treibt Spritpreise nach oben



Autofahrer in Deutschland spüren die Eskalation im Nahen Osten unmittelbar an der Zapfsäule. Seit Freitag ist der Ölpreis der Sorte Brent um mehr als 10 Prozent auf über 82 US-Dollar pro Barrel gestiegen – der höchste Stand seit Januar 2025. 

Die Folge: Kraftstoffe wie Benzin und Diesel verteuern sich spürbar. „Ja, Verbraucher müssen sich auf höhere Preise einstellen womöglich sogar langfristig“, sagt Jens Klatt, Marktanalyst beim Online-Broker XTB.

Schon jetzt bis zu 14 Cent mehr pro Liter

An vielen Tankstellen ist der Anstieg bereits angekommen:
- Super E10: +7 bis 8 Cent seit Freitag
- Diesel: +8 Cent
- Regional sogar +12 bis 14 Cent innerhalb weniger Tage

Damit liegen die Kraftstoffpreise auf dem Niveau eines Zweijahreshochs.

„Der Markt reagiert sofort auf geopolitische Risiken. Öl wird teurer gehandelt, bevor es überhaupt physisch knapp wird, dieser Effekt kommt schnell an der Zapfsäule an“, erklärt Klatt.

Warum steigen die Preise so stark?


Auslöser ist die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Zusätzlich wurde die größte saudische Raffinerie Ras Tanura (550.000 Barrel pro Tag) durch Drohnenangriffe vorübergehend außer Betrieb gesetzt. Besonders relevant: Die Anlage ist ein wichtiger Diesel-Lieferant für Europa.

Gleichzeitig droht der Iran mit einer Blockade der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Öl-Transportwege der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels laufen dort durch. Erste Reedereien haben den Verkehr bereits eingeschränkt oder umgeleitet. „Wenn Raffinerien ausfallen und Tanker nicht mehr normal fahren können, wird Öl am Weltmarkt sofort teurer und Europa ist bei Diesel besonders sensibel“, so Klatt.

Wird Sprit noch teurer?

Kurz gesagt: Wahrscheinlich ja – zumindest kurzfristig. „In den kommenden Tagen bis ein, zwei Wochen sind weitere Aufschläge möglich“, sagt Klatt. „Gerade Diesel könnte stärker unter Druck geraten, weil Europa stark von Importen abhängt.“ Wichtig: Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe in Deutschland. OPEC+ hat bereits leichte Produktionsausweitungen beschlossen. Es drohen also keine Benzinknappheit, wohl aber höhere Preise.

Autofahrer: Jetzt volltanken oder warten?

Viele Autofahrer fragen sich nun, ob sie besser sofort tanken sollten. „Wenn der Tank halb leer oder leerer ist, würde ich persönlich jetzt tanken“, rät Klatt. „Die Preise steigen aktuell täglich. Ein weiterer Sprung ist nicht ausgeschlossen.“ Panikkäufe seien jedoch nicht notwendig. Wer flexibel ist, sollte Preis-Apps nutzen und günstige Tageszeiten abpassen.

Worst Case: 30 bis 50 Cent mehr pro Liter möglich?


Sollte sich der Konflikt deutlich ausweiten – etwa durch eine längere Blockade der Straße von Hormus oder weitere Angriffe auf Öl-Infrastruktur – könnte der Ölpreis deutlich über 100 US-Dollar steigen, im Extremfall sogar Richtung 120 bis 150 Dollar. „In so einem Szenario wären 30 bis 50 Cent mehr pro Liter innerhalb weniger Wochen denkbar“, warnt Klatt. „Das würde auch die Inflation wieder spürbar antreiben und die Wirtschaft belasten.“

Best Case: Entspannung nach kurzfristigem Preisschock

Beruhigt sich die Lage schnell, geht die saudische Raffinerie zügig wieder ans Netz und normalisiert sich der Schiffsverkehr, könnte der Ölpreis wieder in den Bereich von 70 bis 75 Dollar fallen. „Dann hätten wir es mit einem kurzfristigen Preisschock zu tun. Die Spritpreise würden sich stabilisieren oder sogar wieder etwas zurückgehen“, so Klatt.

Derzeit besteht noch kein Grund zur Panik, doch die Zeiten günstiger Spritpreise sind vorerst vorbei. Solange die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt, müssen sich Autofahrer auf ein erhöhtes Preisniveau einstellen. „Das Risiko liegt aktuell weniger in der Versorgung, sondern im Preis“, fasst Klatt zusammen. „Und der reagiert auf geopolitische Spannungen sehr empfindlich.“

 

Veröffentlicht am: 03.03.2026

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