
Wie in Frankreich und Italien ist auch in Deutschland die Inflation deutlich stärker gestiegen als erwartet. Sie erhöhte sich im September 2026 auf 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Vormonat.
Die gute Nachricht ist, dass der Anstieg der Energiepreise hauptsächlich für den Preisauftrieb verantwortlich ist. Diese kletterten um 14,9 Prozent, da vor allem Benzin, Diesel und Heizöl teurer wurden. Nahrungsmittelpreise stiegen mit 0,4 Prozent nur leicht an, und die Kernrate blieb mit 2,4 Prozent unverändert. Eine Verbreiterung des zugrunde liegenden Inflationstrends zeichnet sich – zumindest bisher – nicht ab. Die Inflation ist bisher energiepreisgetrieben.
In den kommenden Monaten dürfte der Tankrabatt in Deutschland für eine gewisse Entlastung sorgen, doch Nahrungsmittel, vor allem saisonale Produkte, dürften sich verteuern, auch aufgrund höherer Energiekosten.
Daher rechnen wir weiterhin mit Inflationsraten von über 3 Prozent im restlichen Jahresverlauf. Alles in allem deuten die heutigen Daten aus den verschiedenen Ländern des Währungsraums darauf hin, dass das derzeitige Leitzinsniveau von 2,50 Prozent noch nicht das Ende der Fahnenstange sein könnte.