Wie bereits in den Vormonaten ist der Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland im August höher ausgefallen als erwartet. Während die Inflation in Frankreich, Italien und Spanien leicht unter den Erwartungen blieb, stiegen die Preise in Deutschland um 2,2 Prozent – nach 2,0 Prozent im Juli.
Die deutsche Inflation ist damit deutlich hartnäckiger. Die Kernrate blieb auch im August bei 2,7 Prozent, da sich auch der Anstieg der Dienstleistungspreise mit 3,1 Prozent nicht veränderte. Während Energie im Jahresverlauf günstiger wurde (-2,4 Prozent), erhöhten sich die Nahrungsmittelpreise im August um 2,5 Prozent, nach 2,2 Prozent im Juli. Vor allem Preise für saisonabhängige Lebensmittel zeigten eine uneinheitliche Entwicklung, wie das Landesamt Nordrhein-Westfalen mitteilte.
Insgesamt sollte sich die Inflation in Deutschland in den nächsten Monaten aber wieder entspannen. Die heute veröffentlichten Preise für Importgüter zeigen beispielsweise, dass die Preise für Konsumgüter im monatlichen Vergleich zurückgehen. Dies sollte sich mit Verzögerung auch in den Lebenshaltungskosten bemerkbar machen. Auch der Anstieg der Dienstleistungspreise sollte sich weiter verlangsamen, da auch in Deutschland der Druck von der Lohnentwicklung abnimmt. Gegen Ende des Jahres könnte die Inflation in Deutschland daher kurzfristig unter die Marke von 2,0 Prozent fallen.