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Samstag, 14. März 2026
   
 

Fed-Ausblick: Heizt der Ölpreis die Falken an?

... von Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA



Es ist kaum vorstellbar, dass die US-Notenbanker bei der anstehenden Sitzung große Änderungen an der Geldpolitik vornehmen werden. Die jüngsten Daten zeigen, dass die Inflation zwar weiterhin erhöht ist, durch Zölle jedoch nicht spürbar zusätzlich angeheizt wurde. Damit dürfte das „temporäre“ Inflationsnarrativ weiter Bestand haben. 

Auch das jüngste Urteil des Supreme Court spricht für geringere Unsicherheit in der Handelspolitik – wenn nicht sogar für etwas niedrigere durchschnittliche Zölle. Am Arbeitsmarkt ist trotz der Volatilität zu Jahresbeginn weiterhin leichte Entspannung erkennbar. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent geht von dieser Seite kaum Inflationsdruck aus.

Komplexer wird der Ausblick mit Blick auf die geopolitische Lage. Die Eskalation im Nahen Osten und der kräftige Anstieg der Ölpreise stellen ein zusätzliches Risiko dar. Solche Energiepreisschocks werden von Zentralbanken in der Regel als ein vorübergehender Impuls angesehen. Historisch sind diese meist kurzlebig. In manchen Fällen wirken sie sogar dämpfend auf die zugrunde liegenden Inflationstrends, da höhere Energiekosten die Kaufkraft der Haushalte schmälern und die Nachfrage nach anderen Gütern bremsen. Problematisch wird es erst dann, wenn hohe Energiepreise über längere Zeit bestehen bleiben. In diesem Fall könnten Haushalte und Unternehmen allgemein höhere Preisniveaus erwarten. Über Zweitrundeneffekte – etwa steigende Lohnforderungen, höhere Transportkosten oder ein breiteres Weiterreichen von Kosten – können Energiepreise in die Kerninflation übergehen. Historische Beispiel sind die 1970er und frühen 1980er Jahre, als wiederholte Ölpreisschocks die Inflationserwartungen verfestigten und die US-Notenbank unter Volcker zu einer drastischen Straffung gezwungen war – mit tiefen Rezessionen als Folge.

Heute ist die US-Wirtschaft jedoch deutlich weniger abhängig vom Öl als damals. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Energiepreisschocks rasch in dauerhaft höhere Inflation übergehen. Von Zweitrundeneffekten kann bislang keine Rede sein, und eine geldpolitische Reaktion in diesem Monat würde ohnehin wenig an den geopolitischen Entwicklungen ändern. Entsprechend erwarten wir, dass die US-Notenbanker die Zinsen unverändert lassen. Für die Märkte rücken damit die im März aktualisierten Prognosen in den Fokus. Wahrscheinlich zeigt sich das bekannte Bild: höhere Erwartungen für die Gesamtinflation, aber kaum Veränderungen bei Kerninflation, Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum. Derzeit zeigen die Prognosen lediglich eine Zinssenkung im laufenden Jahr – und genau darauf wird der Markt achten: ob diese Zinssenkung bestehen bleibt oder gar von den Notenbankern bereits gestrichen wird.  

 

Veröffentlicht am: 13.03.2026

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