Der Nahost-Konflikt bleibt das bestimmende Thema an den Kapitalmärkten – und die Lage ist nach wie vor fragil. Zwar haben sich die ersten Schockwellen nach der Eskalation etwas gelegt, doch von einer echten Entspannung kann noch keine Rede sein. Der Ölpreis (Brent) notiert nach einem Anstieg von mehr als 75 % seit Jahresbeginn weiterhin auf sehr erhöhtem Niveau.
Besonders die Verwerfungen bei raffinierten Produkten, ersichtlich an stark gestiegenen Crack-Spreads, verdeutlichen das Ausmaß des Angebotsschocks. Die israelischen Angriffe auf das weltweit größte Gasfeld „South Pars“ im Iran sowie das 48-Stunden-Ultimatum Trumps an den Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, markierten derweil eine weitere Eskalationsstufe im Nahost-Konflikt. Wie in unserem Strategieplan erläutert, bleibt unser Basisszenario dennoch, dass sich der Konflikt in absehbarer Zeit (etwas) abkühlt und die Aktienmärkte den Abverkauf der letzten zwei Wochen zumindest teilweise wieder revidieren. Für den Fall einer anhaltenden Eskalation haben wir uns aus Risikomanagementgründen allerdings dazu entschieden unsere Gewinne bei der Restposition in Silber mitzunehmen. Unser konstruktiver mittelfristiger Ausblick für Edelmetalle bleibt dennoch intakt.
Kurzfristiger Ausblick
Neben den anhaltenden geopolitischen Spannungen richtete sich der Blick zuletzt auch auf die Zentralbanksitzungen und deren Ausblick auf die weitere Geldpolitik im Umfeld stark steigender Energiepreise. Nach vorne blickend rückt das Treffen der G7-Außenminister in Frankreich zum Nahost-Konflikt in den Vordergrund. Das Treffen von Präsident Trump und Xi Jinping Ende März wurde derweil vorerst verschoben. Die Woche bleibt zumindest von Seiten der Wirtschaftsdaten dünn. Am Dienstag werden zunächst die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes sowie der Dienstleistungen (Mrz.) aus den Eurozoneländern veröffentlicht. Am Mittwoch folgt der ifo-Geschäftsklimaindex (Mrz.) für Deutschland. Während am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (Mrz.) aus den USA gemeldet werden, folgt am Freitag das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan (Mrz.). In der Folgewoche dürfte sich der Fokus auf die vorläufigen Verbraucherpreise aus der Eurozone für März richten.