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Montag, 29. Juni 2026
   
 

Vermeintliche KI-Verlierer und Qualitätsaktien als unterschätzte Chancen am Aktienmarkt

... ausgemacht von J.P. Morgan Asset Management



Das Gewinnwachstum globaler Unternehmen zeigt sich derzeit weiterhin robust, maßgeblich angetrieben vom KI-Investitionsboom. 

Laut Paul Quinsee, Global Head of Equities bei J.P. Morgan Asset Management, ist es jetzt sinnvoll, einen Blick auf die Segmente mit Nachholbedarf zu werfen – allen voran Unternehmen, die der Markt pauschal als KI-Verlierer abgestraft hat. Auch bei Qualitätsaktien haben sich die Bewertungen in den vergangenen Quartalen deutlich verbilligt, wobei deren Schwäche nach Ansicht von Paul Quinsee temporär und nicht strukturell ist.

Gewinnwachstum verbreitert sich

Über alle Regionen hinweg haben Paul Quinsee und sein Team die Gewinnprognosen angehoben, getragen von robustem Wirtschaftswachstum, anhaltendem fiskalischen und monetären Rückenwind sowie dem kontinuierlichen Einfluss des KI-Investitionszyklus. Für den S&P 500 erwartet Quinsee 2026 ein starkes zweistelliges Gewinnwachstum. Das Wachstum verbreitert sich dabei zunehmend: Nach Jahren der Stagnation dürften auch die 493 Unternehmen im S&P 500 jenseits der „Magnificent 7" eine spürbare Erholung verzeichnen.

Außerhalb der USA hellt sich das Bild ebenfalls auf: Japan profitiert von Verbesserungen bei Corporate Governance und Kapitaleffizienz, die Aussichten für Europa haben sich nach Jahren des Rückstands verbessert, während der Gegenwind aus dem Energiesektor und der Automobilindustrie nachlässt. Gleichzeitig dürften Fiskalimpulse die Binnennachfrage stützen. Schwellenländer ziehen beim Gewinnwachstum nach einem Jahrzehnt der Underperformance mit den USA gleich.

Gleichwohl bleibt das Bild von einer starken Konzentration geprägt: Klammert man KI-Investitionen und den Energiesektor aus, erwartet Quinsee für den US-Markt lediglich ein moderates Gewinnwachstum von 8 Prozent. Hinzu kommt, dass die Bewertungen in Teilen des Marktes, besonders in den USA, nach wie vor über den langfristigen Durchschnittswerten liegen, was die Renditeerwartungen dämpft.

Breite Abverkäufe bei vermeintlichen KI-Verlierern

Eine der auffälligsten Entwicklungen der vergangenen Monate ist die massive Underperformance von Unternehmen, die der Markt als Verlierer des KI-Zeitalters einstuft – vor allem aus dem Software- und IT-Dienstleistungsbereich. SaaS-Unternehmen (Software-as-a-Service) etwa haben seit Anfang 2025 Bewertungseinbußen von fast 60 Prozent erlitten.

„Dieser breite Abverkauf hat jedoch Chancen geschaffen. Denn nicht alle ‚KI-Verlierer' sind gleich“, sagt Paul Quinsee. IT-Dienstleister und Infrastrukturunternehmen etwa zeigten nach seiner Analyse resilientere Gewinnrevisionen, attraktivere Bewertungen und eine verbesserte operative Dynamik. Entscheidend sei ein disziplinierter Analyserahmen zur Beurteilung des Disruptionsrisikos – unter Berücksichtigung von Faktoren wie der Stärke von Daten-Wettbewerbsvorteilen, der Substituierbarkeit von Produkten, den Wechselkosten für Kunden, regulatorischen Markteintrittsbarrieren und der Fähigkeit zur KI-Integration. So ließen sich jene Unternehmen identifizieren, die der Markt zu Unrecht abgestraft hat.

Für ein breites Übergewichten des gesamten „KI-Verlierer"-Segments sei es noch zu früh. Eine selektive Positionierung jedoch – insbesondere in Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und geringerem Disruptionsrisiko – biete das Potenzial für überdurchschnittliche Renditen, sobald sich die Marktstimmung normalisiert. Entscheidend sei dabei eine rigorose Fundamentalanalyse: Anlegerinnen und Anleger müssten zwischen echten strukturellen Verlierern und Unternehmen unterscheiden, die in der Lage sind, sich in einer KI-getriebenen Welt anzupassen und zu behaupten.

Qualitätsaktien auf attraktivem Bewertungsniveau

Parallel dazu rückt ein weiteres Segment in den Fokus: Qualitätsaktien, d.h. Unternehmen mit starken Bilanzen, hohen Kapitalrenditen und stabilen Gewinnen. Diese Titel blieben insbesondere in den USA zuletzt deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der KI-Investitionsboom: Viele der Profiteure der KI-Ausgaben sind zyklischere, qualitätsschwächere Titel aus dem Halbleiterbereich, die derzeit erhebliche Angebotsengpässe und eine außergewöhnliche, aber voraussichtlich nicht nachhaltige Preissetzungsmacht haben. Gleichzeitig haben Sorgen über den Einfluss neuer KI-Technologien auf etablierte Geschäftsmodelle viele Qualitätstitel unter Druck gebracht.

Die Bewertungen von Qualitätsunternehmen haben sich in den vergangenen Quartalen deutlich verbilligt. „Historisch gesehen haben Qualitäts- und Value-Faktoren nach bedeutenden Ölpreisschocks eine Outperformance erzielt, während Wachstums- und spekulative Titel zurückblieben“, stellt Paul Quinsee fest. Der Bewertungsabstand zwischen Titeln hoher und niedriger Qualität liege zudem auf Niveaus, die in der Vergangenheit Phasen der Outperformance eingeleitet haben.

Konkrete Chancen sieht der Aktienexperte derzeit deshalb bei hochwertigen Unternehmen, die gewissermaßen „im Angebot" seien. „In Europa sind Qualitätstitel aus dem Gesundheits- und Konsumgüterbereich gefragt, in den USA stechen ausgewählte Industrieunternehmen, Softwareanbieter und Versicherungen hervor“, sagt Quinsee.

Angesichts des robusten und breit angelegten Gewinnwachstums böten sich Anlegern weiterhin attraktive Gelegenheiten – vorneweg bei den vermeintlichen KI-Verlierern und Qualitätsaktien, fasst Paul Quinsee zusammen.

Dividende und Qualität im Fokus

Eine Möglichkeit, sehr gezielt in diese Qualitätsaktien zu investieren, bietet der JPMorgan Investment Funds – Global Dividend Fund. Der Fonds setzt auf Unternehmen mit stabilen Bilanzen, nachhaltigem Dividendenwachstum und attraktiven Bewertungen – das sind nicht unbedingt die Titel mit der höchsten Dividendenrendite, aber dafür mit mehr Wachstumspotenzial. So liegt der Global Dividend Fonds mit einer prognostizierten Dividendenrendite von 2,6 Prozent und einem erwarteten Dividendenwachstum von 8 Prozent pro Jahr deutlich über dem Marktdurchschnitt. Die breite Diversifikation über Regionen und Sektoren, kombiniert mit einem defensiven Portfolio-Beta von 0,9, sorgt für Stabilität auch in volatilen Marktphasen. Und wenn Qualität und Substanz sowie die vermeintlichen KI-Verlierer erneut in den Fokus rücken, lässt sich überdurchschnittlich von der Erholung profitieren.

 

Veröffentlicht am: 29.06.2026

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