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Donnerstag, 30. November 2023
   
 

Großbritannien droht die Stagflation

Marktkommentar Mark Dowding / RBC BlueBay AM



Die US-Renditen stiegen im Anschluss an die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in dieser Woche auf neue Höchststände. Die Fed ließ die Zinsen unverändert.

Die Währungshüter behalten sich jedoch vor, sie in diesem Jahr noch einmal anzuheben. Projektionen, die weniger Zinssenkungen im Jahr 2024 erwarten lassen, drückten ebenfalls auf die Stimmung. Der Gedanke, dass die Zinsen länger hoch bleiben werden, setzt sich immer stärker durch.

Viele Marktteilnehmer sind bei ihren Investitionen von der Annahme ausgegangen, dass die Zinsen kurz nach dem Erreichen ihres Höchststandes sinken würden. Die Konjunktur ist aber relativ robust und die Lage am Arbeitsmarkt angespannt. Die Zinssätze könnten daher neun Monate oder länger auf dem aktuellen Niveau beziehungsweise in dessen Nähe verharren, bevor die Inflation ausreichend zurückgeht, um dem Offenmarktausschuss eine expansivere Haltung zu ermöglichen.

Generell könnte die Teuerung unserer Meinung nach noch einige Zeit zwischen 3 und 4 Prozent liegen, bis die geldpolitische Straffung im Laufe des kommenden Jahres einen stärkeren Einfluss auf die Wirtschaft entfaltet. Wir würden auch die längerfristigen Annahmen in Bezug auf den natürlichen Zinssatz in Frage stellen. Derzeit wird dieser von der Mehrheit der Fed-Verantwortlichen noch immer bei 2,5 Prozent gesehen.

Unserer Einschätzung nach könnten die Schätzungen aber umso stärker nach oben korrigiert werden, je länger die Zinsen auf einem hohen Niveau verbleiben. Daher liegt das neutrale Zinsniveau wohl eher bei 3 Prozent oder 3,5 Prozent. Das wird die Stimmung gegenüber Investments mit langer Duration eventuell belasten.

In Europa hat das Vereinigte Königreich in der vergangenen Woche die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Eine Überraschung bei der monatlichen Inflationsrate führte dazu, dass die Bank of England (BoE) die Zinsen bei 5,25 Prozent beließ. Basiseffekte dürften in den kommenden Monaten weitere Fortschritte bei der Inflation bewirken. In Kombination mit der sich abschwächenden Konjunktur untermauert das die Einschätzung einer BoE im Pausenmodus.

Es ist jedoch zu beachten, dass die Inflationsdaten dieses Monats durch einige vorübergehende Effekte beeinflusst wurden. Darüber hinaus liegt die Kerninflation im Vereinigten Königreich nach wie vor bei über 6 Prozent, während die Löhne um mehr als 8 Prozent steigen – und zwar mit zunehmender Tendenz. Vor diesem Hintergrund ist ein erneuter Anstieg der Inflation Ende des Jahres und Anfang 2024 nicht auszuschließen.

In diesem Zusammenhang geben auch die steigenden Ölpreise Anlass zur Sorge. Saudi-Arabien ist darauf bedacht, die jüngste Stärke der Notierungen zu erhalten. Da die wirtschaftliche Kraft der USA den US-Dollar weiter antreibt, wirkt sich der Ölpreisanstieg noch stärker auf die Inflation außerhalb der Vereinigten Staaten aus.

Im Vereinigten Königreich stellt daher eine Stagflation aus unserer Sicht weiterhin eine reale Gefahr dar. Wir sind der Meinung, dass das Wirtschaftswachstum zwar schwächer wird, das Preiswachstum aber bei 4 bis 5 Prozent verharren könnte. Das würde die BoE in eine schwierige Lage bringen.

 

Veröffentlicht am: 24.09.2023

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