
Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent gewachsen. Nach zwei Jahren schrumpfender wirtschaftlicher Leistung ist das eine erfreuliche Entwicklung. Auch im vierten Quartal ist die Wirtschaft gewachsen, um rund 0,2 Prozent.
Aufgrund des vergleichsweise robusten Arbeitsmarktes hat der private Konsum nach zwei schwachen Jahren ordentlich zum Wachstum beigetragen. Gleiches gilt für den Staatskonsum. Und dies, obwohl der Staat bis Anfang Oktober des vergangenen Jahres einer vorläufigen Haushaltsführung unterlag. Diese hat dazu geführt, dass das staatliche Finanzierungsdefizit mit 2,4 Prozent des BIP geringer ausfiel als im Jahr zuvor (2024: -2,7 Prozent). Dieser der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkte „Government Shutdown“ wurde erst Anfang Oktober durch die Verabschiedung des Haushaltes für das Jahr 2025 beendet. Die daraus resultierende Auflösung des Auftragsstaus der öffentlichen Hand dürfte aber im laufenden Jahr zu einem deutlich kräftigeren Wachstum führen.
Einmal mehr erweist sich der einstige Treiber der Wirtschaft, der Außenhandel, als größte Bremse. So zogen die Nettoexporte rund 1,5 Prozentpunkte von der deutschen Wirtschaftsleistung ab. Die Exporte nahmen um 0,3 Prozent ab, wenngleich weniger als in den Vorjahren. Die US-Zölle, die Aufwertung des Euro und die Entwicklung in China machten der deutschen Exportwirtschaft zu schaffen. China wandelt sich zunehmend vom lukrativen Absatzmarkt zu einem schwierigen Konkurrenzanbieter – sowohl auf den internationalen Märkten als auch im Inland selbst. So legten die deutschen Importe aus China um 8 Prozent zu.
Daher ist es nicht überraschend, dass auch die Investitionen zurückgingen. Für das laufende Jahr gibt es jedoch auch erste Hoffnungsschimmer. Zum einen dürften die staatlichen Investitionen insbesondere in Rüstungsgüter im laufenden Jahr kräftig zulegen, zum anderen gibt es Anzeichen, dass sich die Erholung im Bau fortsetzen sollte. Dieser schloss das vergangene Jahr zwar noch negativ ab, aber der staatliche Tiefbau und der private Wohnungsbau sollte dieses Jahr zulegen.
Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, getrieben vom privaten Konsum, staatlichen Investitionen und einer Erholung im Bausektor.