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UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator

Irankrieg verursacht Konjunkturdelle, mögliches Ende verbessert Rahmenbedingungen für das zweite Halbjahr

Nach dem Einbruch infolge des Kriegs im Iran hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich im Mai wieder etwas erholt, blieb aber sehr angespannt. 

„Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator stieg im Mai auf minus 1,4 Punkte“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Die geringe Aufwärtsbewegung des Konjunkturindikators war einer günstigeren Stimmung der heimischen Konsumenten sowie der Verbesserung der Erwartungen in der Industrie zu verdanken. Am Bau und insbesondere im Dienstleistungssektor haben sich die Geschäftseinschätzungen hingegen weiter verschlechtert.“

Den größten Beitrag zum Anstieg des Konjunkturindikators gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte leistete die Konsumentenstimmung, nachdem angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der Inflationsbeschleunigung in Folge der gestiegenen Treibstoffpreise und des damit drohenden Kaufkraftverlusts die Zuversicht der Verbraucher im Vormonat auf den tiefsten Wert seit zweieinhalb Jahren gesunken war. Die Stabilisierung der Inflation auf deutlich niedrigere Werte als zu Beginn des Ukrainekriegs und die recht stabile Lage am Arbeitsmarkt sorgten für etwas Erleichterung. Allerdings ist die Konsumentenstimmung weiterhin schlechter als zu Beginn des Jahres.

Gestützt auf ein verbessertes Exportumfeld, das vor allem von einer etwas günstigeren Lage in Osteuropa sowie im asiatischen Raum gekennzeichnet war, verbesserte sich die Stimmung in der heimischen Industrie ungeachtet der Belastungen durch den Krieg im Iran mittlerweile den dritten Monat in Folge. Die Kostenbelastung durch die hohen Energiepreise sowie die starke Lohndynamik der Vorjahre sorgte jedoch weiterhin für ein deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegendes Stimmungsbild. Vor allem in wichtigen Branchen wie der chemischen Industrie, der Kunststofferzeugung, der Metallverarbeitung und dem Maschinenbau waren die Geschäftsbeurteilungen angesichts einer schwachen Auftragsentwicklung weiterhin sehr angespannt. Eine ungünstige Auftragsentwicklung sorgte am Bau für einen erneuten Rückgang der Stimmung im Mai, getragen vom Einbruch im Tiefbau auf den niedrigsten Wert seit über dreizehn Jahren.

Trotz der Verbesserung der Verbraucherstimmung erhöhten sich die Sorgen der Dienstleistungsbetriebe. Geringere Nachfrageerwartungen belasteten vor allem die Stimmung im Transport- und Lagerwesen sowie im Gast- und Beherbergungsgewerbe und in den Reisebüros. Zudem schätzten die Personaldienstleister die Aussichten angesichts der allgemein gestiegenen Herausforderungen deutlich ungünstiger ein als in den Vormonaten.

„Die Stimmung lag in allen Sektoren der heimischen Wirtschaft zur Mitte des zweiten Quartals 2026 im pessimistischen Bereich – im Dienstleistungssektor und am Bau noch weiter unter dem langjährigen Durchschnitt als im Vormonat. Den zweiten Monat in Folge war in allen Wirtschaftssektoren in Österreich die Stimmung im Mai schlechter als im Euroraum. Besonders deutlich war erneut der Abstand in der Industrie, jedoch seit drei Monaten mit sinkender Tendenz“, meint Bruckbauer.

Stagnation im zweiten Quartal droht

Nach dem Anstieg des BIP zu Jahresbeginn sprechen die vorliegenden Wirtschaftsdaten sowie die aktuellen Stimmungsindikatoren seit dem Beginn des zweiten Quartals für einen leichten Dämpfer für die österreichische Wirtschaft. Die gestiegene Inflation belastet die Entwicklung des Konsums und die hohen Unsicherheiten bremsen die Investitionsbereitschaft der heimischen Unternehmen.

„Der Rückgang des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im bisherigen Quartalsdurchschnitt auf minus 1,6 Punkte nach noch minus 0,8 Punkten im ersten Quartal zeigt eine Verlangsamung der Konjunktur in Österreich an. Wir gehen für das zweite Quartal von einer Stagnation der österreichischen Wirtschaft aus. Mit der Beruhigung der geopolitischen Lage infolge des kürzlich ausgehandelten Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Krieges sollte sich die unterschwellige Erholungstendenz jedoch wieder durchsetzen und in der zweiten Jahreshälfte moderate Wachstumsraten ermöglichen“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl und ergänzt: „Wir erwarten weiterhin einen Anstieg des BIP um 0,8 Prozent im Gesamtjahr 2026 sowie eine leichte Tempoerhöhung im Jahr 2027 auf 1,2 Prozent.“

 

Veröffentlicht am: 17.06.2026

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