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Samstag, 30. Mai 2026
   
 

Ein BH wie keiner

... dieser Schweizer von MYNE



Dieses Lingerie-KI-Startup MYNE aus der Schweiz konstruiert erstmals echten Komfort passgenau für jede Trägerin. Jedes Teil wird individuell gefertigt mit Hilfe eines präzisen Smartphone-Bodyscans und Robotik Produktion. Gründerin Linda Durisch befreit damit nicht nur Brüste, sondern macht auch der Fashion Industrie eine Kampfansage.

Das Schweizer Startup MYNE will nichts Geringeres als eines der ältesten Systeme der Modeindustrie abschaffen: standardisierte BH- Größen. Das 2025 gegründete Fashion-Tech-Unternehmen aus Graubünden entwickelt individuell gefertigte BHs auf Basis von KI- gestütztem Smartphone-Scanning, algorithmischer Schnittkonstruktion und automatisierter On-Demand-Produktion. Statt Frauen in starre Größenkategorien zu pressen, passt sich bei MYNE erstmals das Produkt vollständig dem Körper an. 

Hinter der Idee steht die Textilingenieurin Linda Durisch, die sich seit mehr als 15 Jahren mit Passformtechnologie beschäftigt — und gemeinsam mit ihrem Mann Mathias Durisch aus einem alltäglichen Frust ein skalierbares Technologieunternehmen aufgebaut hat Die Idee wirkt auf den ersten Blick überraschend simpel: Warum akzeptieren Frauen seit Jahrzehnten, dass ein Kleidungsstück, das sie täglich tragen, drückt, verrutscht oder einschneidet? Für Linda Durisch war genau diese Normalisierung irgendwann der entscheidende Punkt. „Viele Frauen glauben, ihr Körper sei das Problem“, sagt sie. „Dabei funktioniert schlicht das System nicht.“

Der globale BH-Markt basiert bis heute auf standardisierten Größenrastern, die vor knapp hundert Jahren entstanden sind — entwickelt für industrielle Massenproduktion, nicht für individuelle Körperrealitäten. Das Problem beginnt oft schon vor dem Kauf: Frohe Botschaft PR GmbH Fruchtallee 17 20259 Hamburg Tel. +49 · 40 · 41 44 99 44 info@frohebotschaft-pr.de Viele Frauen kennen ihre BH-Größe nicht genau. Und selbst dort, wo eine Größe vermeintlich stimmt, sagt sie nur wenig über die tatsächliche Passform aus. Denn zwei Frauen mit derselben Größe können völlig unterschiedliche Körperformen, Proportionen und Bedürfnisse haben. Für Durisch ist das mehr als ein Komfortproblem. Es ist ein struktureller Denkfehler. Dabei kennen Linda und Mathias Durisch die Branche von innen. Seit 2012 arbeiten sie gemeinsam an innovativen Produkten für Marken wie Uvex, Leki, Sigg, Rossignol, UYN, Victorinox, Bauerfeind, Red Bull oder X-Bionic; 2018 gründeten sie ihre eigene Agentur.

Mit MYNE entwickeln sie nun erstmals ein Produkt in eigener Sache — und verbinden dafür zwei Perspektiven: Linda Durisch bringt als Textilingenieurin Industrieerfahrung und die technologische Passform-Philosophie ein, Mathias Durisch als Industriedesigner den Blick auf Produkt, Marke und Inszenierung. Dass sie nicht nur Gründerteam, sondern auch Paar sind, prägt die Zusammenarbeit. Berufliches und Privates lassen sich nicht immer klar trennen — und genau darin liegt für beide auch eine Stärke. „Wir ergänzen uns fachlich sehr gut und bringen unterschiedliche Perspektiven mit“, sagt Linda Durisch. „Wir wachsen in die gemeinsame Richtung.“

Denn MYNE versteht sich nicht als klassische Lingerie- Brand. Im Kern ist das Unternehmen ein Technologieanbieter für individualisierte Bekleidung. Der Prozess beginnt mit einem Smartphone-Scan, den Kundinnen zuhause durchführen können — ohne App- Download. Innerhalb von wenigen Sekunden erfasst das System Hunderte Messpunkte des Körpers. Die Daten werden anonymisiert verarbeitet, Gesicht und Hintergrund automatisch entfernt. Anschließend übersetzt ein Algorithmus die Körperdaten direkt in ein individuelles Produktionsfile. Der BH entsteht nicht aus vorgefertigten Standardschnitten, sondern wird digital exakt für diesen einen Körper konstruiert.

Der technologische Ansatz adressiert eines der größten Probleme der Modeindustrie: Retouren. Heute wird zurückgeschickt, was nicht passt — mit wirtschaftlichen und ökologischen Folgen. MYNE setzt deshalb auf digitale Vermessung, automatisierte Prozesse und On-Demand-Produktion. Produziert wird nur, was bestellt wurde; Lagerbestände und Überproduktion entfallen. Während Branchenstudien des EHI Retail Institute für Fashion & Accessoires durchschnittliche Retourenquoten von bis zu 50 Prozent ausweisen, liegt MYNE aktuell bei unter einem Prozent.

Dass Individualisierung bislang selten wirtschaftlich funktionierte, lag vor allem an den Produktionskosten. Maßanfertigung bedeutete traditionell Handarbeit, komplizierte Prozesse und geringe Skalierbarkeit. MYNE setzt genau hier an: Das Unternehmen denkt den Produktionsprozess mit Hilfe von Robotik neu — und ermöglicht so eine Fertigung, die auch in Europa wirtschaftlich funktioniert. Seit dem Start in der Schweiz zählt MYNE mehr als 1.000 Kundinnen; 45 Prozent davon kaufen ein zweites Mal.

Die Kollektion trägt die Namen der Töchter des Gründerpaars: Mia und Ella. Den Anfang machte „Mia" – auf Basis von Kundinnenfeedback kam „Ella" als zweites Modell hinzu. Beide gibt es in zwei Ausführungen: Das Original bietet mehr Halt und Formgebung, die Version „Plain" ist auf maximalen Tragekomfort ausgelegt – weich, leicht und kaum spürbar. Aktuell sind beide Modelle in sechs Farben erhältlich, dazu passende, ebenfalls maßgefertigte Slips. Produziert wird derzeit bis Größe 90D – für größere Größen läuft die Entwicklung bereits, wer benachrichtigt werden möchte, kann sich auf die Warteliste eintragen. Die Lieblingsfarbe der Gründerin: das kräftige Rot. Schließlich, so Durisch, gibt es keinen besseren Start in den Tag als einen, der bereits morgens Haltung zeigt.

„Viele Unternehmen haben versucht, individuelle Passform zu entwickeln“, sagt Durisch. „Aber sie haben nie den Produktionsprozess selbst neu gedacht.“ Das zeigt sich auch im Produktdesign. Selbst der klassische Metallbügel wurde hinterfragt. Stattdessen arbeitet MYNE mit flexiblen Linien, dem „Custom Silikon Frame“, der Halt und Formgebung übernimmt, ohne starre Druckpunkte zu erzeugen. Der BH wird dadurch weniger Korsett als bewegliche zweite Haut. Doch je länger man mit Durisch spricht, desto deutlicher wird: Bei MYNE geht es um weit mehr als Unterwäsche. Es geht um einen überfälligen Perspektivwechsel: Nicht die Kundin muss zur Größe passen. Das Produkt muss zum Körper passen.

Genau deshalb wird das Thema emotional. Viele Kundinnen berichten laut MYNE, dass sie erst durch das Produkt gemerkt hätten, wie unbequem ihre bisherigen BHs tatsächlich waren. Besonders bewegt habe sie die Nachricht einer 89-jährigen Kundin, erzählt Durisch. Zum ersten Mal in ihrem Leben habe sie einen BH gefunden, der wirklich passe. „Solche Rückmeldungen zeigen uns, dass wir nicht einfach ein Produkt verkaufen“, sagt Durisch. „Wir lösen ein Alltagsproblem, das viele Frauen viel zu lange hingenommen haben.“ Damit positioniert sich MYNE in mehreren Wachstumsfeldern gleichzeitig: Femtech, KI-gestützte Produktion, nachhaltige Fertigung und datenbasierte Individualisierung. MYNE denkt das System von Anfang an global. Das Unternehmen befindet sich auf der Suche nach Wachstumskapital und strategischen Partnern, die diese Vision teilen – und gemeinsam mit MYNE skalieren wollen.

Quelle: MYNE

 

Veröffentlicht am: 30.05.2026

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