
Das Ehepaar Ubu putscht sich an die Macht – und das Volk ist begeistert. In kürzester Zeit ermorden sie Adel, Besitzbürger und Beamte, kurz: alles, was im Verdacht steht, irgendeiner Art von Elite anzugehören.
Die Begeisterung allerdings währt nur kurz, genau genommen bis zur nächsten Steuererhöhung. Mit astronomischen Forderungen, die der Herrscher gewaltsam (und höchstpersönlich) eintreibt, bereitet er der Liebe seiner Untertanen zu ihm ein rasches Ende. Und was macht man als Despot, wenn es im eigenen Land nicht mehr läuft? Genau: Man fängt einen Krieg mit den Nachbarn an.
Mit KÖNIG UBU schuf Alfred Jarry den Urtext des absurden Theaters. Die derben Hauptfiguren, die in ihrer impuls- und triebgesteuerten Willkürherrschaft ausschließlich dem eigenen Lustgewinn und der persönlichen Bereicherung verpflichtet sind, erscheinen seit über 120 Jahren jeder Generation aufs Neue perfekt geeignet zur Verarbeitung der jeweils gegenwärtigen Gewaltherrschaften.
Was als Parodie auf einen unberechenbaren Physiklehrer begann, wurde für den Autor zur fortwährenden Obsession. Immer wieder widmete er dem tyrannischen Ehepaar Stücke und Texte – bis er gegen Ende seines kurzen Lebens dazu überging, seine Briefe selbst als „Ubu“ zu unterschreiben.
KÖNIG UBU
Regie Dor Aloni
Bühne Laurent Pellissier
Kostüm Katharina Achterkamp
Musik Gil Abramov
Dramaturgie Lena Fritschle
Mit: Torben Appel, Amos Detscher, Benjamin Kühni, Ariadne Pabst
Die nächsten Vorstellungen
Samstag, 31. Januar 2026, 19.30 Uhr, Kammerbühne
Freitag, 13. Februar 2026, 19.30 Uhr, Kammerbühne
Donnerstag, 26. Februar 2026, 19.30 Uhr, Kammerbühne
Sonntag, 15. März 2026, 19.00 Uhr, Kammerbühne
Donnerstag, 02. April 2026, 19.30 Uhr, Kammerbühne