
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) und die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) gehören zu den häufigsten zyklusbedingten Beschwerden bei Frauen im gebärfähigen Alter. Während PMS vielen bekannt ist, bleibt PMDS als schwerere Form oft unerkannt. Laut Expertenschätzungen leiden drei bis acht Prozent der Frauen unter PMDS.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat PMDS als eigenständige Krankheit anerkannt. Die Debeka, größte private Krankenversicherung in Deutschland, weiß, wo die Unterschiede liegen, und was Betroffene tun können.
Was unterscheidet PMS und PMDS?
- PMS (Prämenstruelles Syndrom): Etwa 20 bis 40 Prozent der Frauen erleben in den Tagen vor der Menstruation körperliche und psychische Beschwerden. Typisch sind Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder Heißhunger. Die Symptome sind unangenehm, der Alltag bleibt meist bewältigbar.
- PMDS (Prämenstruelle Dysphorische Störung): Drei bis acht Prozent der Frauen leiden unter deutlich schwereren psychischen Beschwerden. Typisch sind starke Reizbarkeit, Wut, depressive Verstimmung, Hoffnungslosigkeit, Angst und Kontrollverlust. Der Alltag, das Berufs- und Sozialleben werden erheblich beeinträchtigt.
Beide Formen treten in der zweiten Zyklushälfte auf – meist ein bis zwei Wochen vor der Menstruation. Mit Beginn oder kurz nach der Periode klingen die Symptome ab.
Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?
Eine fachliche Beratung ist ratsam, wenn Beschwerden den Alltag, den Beruf oder persönliche Beziehungen deutlich beeinträchtigen. Auch wer sich in der prämenstruellen Phase nicht mehr wie gewohnt fühlt, sollte ärztlichen Rat suchen. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid ist sofortiges Handeln erforderlich. Ebenso gilt: Wenn Selbsthilfemaßnahmen keine ausreichende Linderung bringen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Ein Symptomtagebuch über mindestens zwei Monate unterstützt die Diagnose. Notiert werden Beschwerden, deren Intensität und der erste Tag der Periode.
Behandlungsmöglichkeiten bei leichtem bis mittelschwerem PMS
Regelmäßige Bewegung (mindestens 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche), Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sowie ausreichend Schlaf (sieben bis neun Stunden) wirken sich positiv aus. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz, Koffein und Alkohol kann ebenfalls helfen. Ergänzend können Magnesium (300 bis 400 Milligramm täglich), Vitamin B6 (50 bis 100 Milligramm täglich), Kalzium (1.000 bis 1.200 Milligramm täglich) oder pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer Linderung bringen.
Behandlungsmöglichkeiten bei schwerem PMS und PMDS
Bei schweren Verläufen ist oft eine medikamentöse Therapie notwendig. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wirken gezielt gegen psychische Symptome. Hormonelle Verhütungsmittel können ebenfalls helfen. In schweren Fällen kommen GnRH-Analoga zum Einsatz. Das sind Medikamente, die in den Hormonhaushalt eingreifen. Die Abkürzung steht für Gonadotropin-Releasing-Hormon – ein Hormon, das im Gehirn (Hypothalamus) gebildet wird. Begleitend unterstützt Psychotherapie, insbesondere Kognitive Verhaltenstherapie. Die Behandlung wird individuell angepasst.
Unterstützung für Angehörige, Partnerinnen und Arbeitgebende
Verständnis und Akzeptanz sind entscheidend: PMDS ist eine medizinische Erkrankung, keine Charakterschwäche. Offene Gespräche und Hilfsangebote entlasten Betroffene. Entlastung im Alltag ist hilfreich. Am Arbeitsplatz können flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und diskrete Gespräche mit Vorgesetzten Erleichterung bringen. Eine Krankschreibung bei PMDS ist möglich und berechtigt.
Fazit
PMS und PMDS sind zyklusabhängige Beschwerden mit unterschiedlichem Schweregrad. Während PMS oft mit Lebensstiländerungen gelindert werden kann, erfordert PMDS häufig medizinische und therapeutische Unterstützung. Wer sich belastet fühlt, sollte ärztlichen Rat suchen – unabhängig vom Schweregrad der Symptome. Individuelle Diagnostik und gezielte Behandlung können die Lebensqualität nachhaltig verbessern.
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