
(djd). Im Erzgebirge, in Leipzig und anderen Regionen Sachsens wandeln Reisende auf den Spuren starker Frauen, die in unsicheren Zeiten Unternehmen gegründet, Musik komponiert und die Politik gestaltet haben. Manche von ihnen wurden berühmt, andere wirkten eher im Hintergrund. Ihre Spuren sind bis heute zu sehen und zu erleben.
Frauen gehen neue Wege
Das Erzgebirge ist geprägt von Frauen, die mit Mut ihre Region veränderten. Barbara Uthmann beispielsweise war eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Leitung seiner Schmelzwerke und hielt zeitweise das sächsische Kupfermonopol. Als der Bergbau in die Krise geriet, bewies sie Weitblick: Sie baute das Spitzenklöppeln zu einem organisierten Heimgewerbe aus. Als Verlegerin beschäftigte sie bis zu 900 Frauen und sicherte so die Existenz unzähliger Familien. In der Bergbaustadt Annaberg-Buchholz kann man in 48 Stunden auf Uthmanns Spuren wandeln.
Unternehmertum bis heute
Auch Grete Wendt und Margarete Kühn wirkten in einer Zeit, in der weibliches Unternehmertum noch eine Seltenheit war. Bereits 1915 gründeten sie gemeinsam die Manufaktur Wendt & Kühn. In der Wendt & Kühn-Welt in Grünhainichen erleben Besuchende, wie unter anderem die bekannten Engel mit ihren elf Punkten entstehen. Zudem widmet sich vom 3. Oktober 2026 bis zum 27. Februar 2028 die Sonderausstellung „Netz-Werke. Frauen im Kunstgewerbe“ den beruflichen und persönlichen Netzwerken der beiden Frauen.
Der Duft des Erzgebirges
Ein ganz anderes Erlebnis gibt es in Crottendorf: Im Räucherkerzenland erfahren Gäste alles über die Geschichte von Freya Graupner und können sogar selbst Räucherkerzen herstellen. Graupner gehört zu den Frauen, die das Erzgebirge bis heute prägen. 1918 begann sie in ihrer kleinen Küche in Crottendorf mit der Herstellung von Räucherkerzen – zunächst aus einer wirtschaftlichen Not heraus. Bis heute bilden ihre Rezepturen die Grundlage der Produktion.
Über das Erzgebirge hinaus
In ganz Sachsen gab und gibt es starke Frauen, die den Freistaat vorangebracht haben. Ihre Geschichten und passende Reiseideen sind unter www.sachsen-tourismus.de/starke-frauen zu finden. Musikfans beispielsweise können Clara Schumann folgen, die zuerst mit ihrem Mann Robert in Zwickau lebte, bevor beide nach Leipzig zogen. Bei einer Stadtführung zu Leipziger Frauenpersönlichkeiten begegnen die Teilnehmenden unter anderem Europas erster Berufsfotografin und erfahren, was Clara Schumann mit Herbert Grönemeyer verbindet. Und im Vogtland gibt es Kreativität und Handwerk zu entdecken. Egal, für welche Region Sachsens man sich entscheidet: Inspirierende Geschichten gibt es überall.
Foto: djd/Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen/Juliane Mostertz