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Dienstag, 20. November 2018
   
 

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Wenn Frauenrücken nicht entzücken

Frauen leiden häufiger unter Rückenschmerzen

Sie sind eine der Volkskrankheiten in Deutschland schlechthin – Rückenschmerzen. Frauen betrifft dieses Leiden besonders häufig, doch warum ist das so?

Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin, erklärt, was die Evolution damit zu tun hat und warum gerade der modische Schick für Frauen zum Problem für den Rücken werden kann.

Komplexe Anatomie für neues Leben

Rückenschmerzen bei Frauen haben unterschiedlichste Auslöser. Unter anderem spielt die Anatomie eine entscheidende Rolle. „Der weibliche Körper verfügt evolutionsbedingt über einen kleineren Brustkorb und eine längere Lendenregion sowie flexiblere Muskeln und Bänder, damit sich im Falle einer Schwangerschaft das ungeborene Baby mit genügend Platz entwickeln kann“, erläutert Sabarini und ergänzt: „Doch nicht nur in einer Schwangerschaft können diese Gegebenheiten zu starken Rückenschmerzen führen. Die Lendenwirbel der Frauen werden im Alltag in besonderem Maße beansprucht, da sie nicht so stark miteinander verbunden sind wie bei Männern und der Belastung beim Gehen weniger entgegenwirken.“

Zur Entlastung und gleichzeitigen Vorsorge vor akuten und chronischen Rückenleiden tragen Übungen zur Rücken- und Bauchkräftigung bei, denn trainierte Muskeln unterstützen eine gesunde Haltung. Hilfreiche Übungen, die jeder zu Hause durchführen kann, sind zum Beispiel Unterarmstütz und Sit-ups. Anfänger können den Unterarmstütz zunächst kniend ausführen. Diese Übung beansprucht neben der gesamten Bauchmuskulatur, welche die seitlichen und die geraden Bauchmuskeln umfasst, auch die Nacken-, Gesäß- und hintere Beinmuskulatur. Sit-ups hingegen trainieren vorwiegend die gerade und seitliche Bauchmuskulatur sowie den Hüftbeuger, also die vordere Hüftregion.

Die Qual der Wahl im Schuhschrank


Ob im Alltag oder zur Party – immer mehr Frauen verzichten auf Absatzschuhe und tragen stattdessen Sneaker. Dr. Sabarini befürwortet diesen Trend und warnt gleichzeitig vor so manchem Sommerschuh: „Ballerinas und Flip-Flops haben häufig eine sehr dünne Sohle und kein richtiges Fußbett. Ist die Sohle zusätzlich eher starr, verhindert dies das Abrollen des Fußes. Stöße werden weniger gedämpft und natürliche Bewegungsabläufe gestört. Solche Schuhe bieten nicht genügend Halt für einen sicheren Gang. Das führt auf Dauer zu Verspannungen und in der Folge zu Fehlhaltungen und Rückenschmerzen. Sneaker hingegen verfügen über eine bewegliche Sohle und mehr Stabilität, da sie den Fuß gänzlich umschließen.“

Auch von High Heels rät Dr. Sabarini ab, denn ein automatisches nach vorn Kippen des Beckens erzeugt Fehlhaltungen und begünstigt ein Hohlkreuz. Das erhöht die Belastung von Wirbelsäule und Bandscheiben und fördert muskuläre Verspannungen. Wenn es dennoch einmal ein hoher Schuh sein soll, empfiehlt der Experte Blockabsätze und Plateaus: „Das Gewicht verteilt sich bei einem breiten Absatz gleichmäßiger auf den Fuß, was unbewusste Ausgleichsbewegungen minimiert und so die Wirbelsäule entlastet. Plateaus verringern die Neigung der Sohle und ermöglichen ein besseres Abrollen zur Schonung des Fußes.“

Es gibt zudem tatsächlich eine fundierte Ausrede für alle mit einem ausgeprägten Schuhtick; Dr. Sabarini rät: „Frauen sollten ihre Schuhe häufig wechseln, damit der Körper sich immer wieder neu anpasst und nicht in kontinuierliche Fehlhaltungen verfällt. Einer starken Belastung der Wirbelsäule durch Schuhe wirken sie jedoch am besten durch regelmäßiges Barfußlaufen entgegen, denn das stärkt Bänder sowie Sehnen und aktiviert den natürlichen Bewegungsablauf.“

Handtasche öfter mal zu Hause lassen


Das Problem kennt beinahe jede Frau: die Handtasche zum Bersten gefüllt und keine Zeit auszumisten. Make-up und Co. führen dazu, dass die Tasche schwerer wird und das Risiko für Rückenschmerzen steigt. Wer die Shopper häufig in der Armbeuge oder durchgehend auf der gleichen Seite trägt, vergrößert das Risiko noch weiter. „Um den Körper zu entlasten, empfehle ich, den Inhalt regelmäßig zu überprüfen und auszusortieren. Die Träger sollten quer über den Rücken und die Tasche auf Hüfthöhe platziert werden, das entlastet die Bandscheiben“, rät Sabarini.

Als Alternative zur Umhängetasche bietet es sich an, auf einen Rucksack zurückzugreifen und so Fehlhaltungen und Verspannungen zu vermeiden, da sich das Gewicht dann gleichmäßig auf beide Schultern verteilt. Die Oberkante des Rucksacks sollte dabei mit festgezogenen Riemen waagerecht an den Schulterblättern anliegen. Übungen wie der Vierfüßlerstand stärken zusätzlich den gesamten Rücken und begünstigen die richtige Haltung. Dabei stützt sich der Betroffene auf Knie und Hände auf und hebt diagonal einen Arm und ein Bein in eine gerade Streckung.

Die obere Rückenmuskulatur kann durch U-Halte trainiert werden, bei denen Trainierende sich bäuchlings hinlegen und die Arme in 45-Grad-Haltung nach oben ziehen. Kopf und Oberkörper berühren dabei nicht den Boden und die Schulterblätter sind angespannt.

Foto: Avicenna Klinik - Dr Sabarini im Gespraech mit Patientin

 


Veröffentlicht am: 15.02.2018

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